Pushpak Bhagavata Purana Buch 10Zurück WeiterNews

10.28. Krishna rettet Nanda aus dem Reich von Varuna

Der ehrenwerte Suka, der Sohn von Vyasa, sprach:
Nachdem Nanda am elften Tag des Monats gefastet und den Erhalter des Universums verehrt hatte, stieg er am zwölften Tag ins Wasser der Yamuna, um ein Reinigungsbad zu nehmen. Doch ein eifriger Diener von Varuna ergriff ihn und führte ihn zu seinem Herrn, denn er hatte nicht beachtet, daß es eine ungünstige Zeit war, in der Dunkelheit zu baden. Oh König, als ihn die anderen Hirten nicht mehr sahen, riefen sie laut: „Oh Krishna, oh Balarama!“ Daraufhin erkannte der Höchste Herr, daß sein Vater von Varuna gefangen wurde und begab sich zu ihm. Sobald Varuna sah, daß der Herr der Sinne vor ihm erschienen war, ehrte ihn der führende Gott der Gewässer ausführlich und freute sich sehr über dessen Anwesenheit.

Und der göttliche Varuna sprach:
Oh Herr, heute kann ich die reichen Früchte meines körperlichen Lebens erfahren, denn wer deine Lotusfüße berühren kann, kann sich weit über das materielle Leben erheben. Verehrung sei dir, oh Höchster Herr, denn du bist die vollkommene Wahrheit und die Höchste Seele (Brahman und Atman), frei vom Einfluß der Illusions- und Schöpferkraft (Maya), die das Universum gestaltet. Dieser eifrige Diener von mir, war ein Dummkopf, der seine Pflicht nicht kannte, als er deinen Vater zu mir brachte. Bitte vergib mir in deiner Güte. Oh Krishna, oh Govinda, der du alles siehst, bitte sei gnädig mit mir. Nimm deinen Vater wieder mit zurück in die Welt, der mit einem so wundervollen Sohn gesegnet wurde, der sich so sehr um seine Eltern kümmert.

So brachte Krishna, der Höchste Herr und Herrscher, seinen Vater wieder zu seinen Verwandten zurück, die sich überaus freuten. Und Nanda, der noch nie die große Herrlichkeit des Herrn der Gewässer gesehen hatte, und auch nicht, wie Krishna von den Göttern verehrt wurde, berichtete mit großem Erstaunen alles seinen Freunden und Verwandten. Und die Hirten waren ganz aufgeregt, über den Höchsten Herrn zu hören, und hegten nun die Hoffnung, daß der Höchste Meister auch ihnen einen himmlischen Wohnsitz gewähren könne. Und der Höchste Herr, der alles sieht und seine Verehrer versteht, dachte voller Mitgefühl über die Erfüllung ihres Wunsches nach, denn er sah, wie die Menschen in dieser Welt, die sich aus Unwissenheit mit ihren Taten identifizieren, zwischen Himmel und Hölle wandern, ohne sich des wahren Ziels im Leben bewußt zu sein. Nach diesen Gedanken zeigte der Höchste Herr den Hirten seinen Wohnsitz jenseits dieser dunklen materiellen Welt, nämlich das wahre, ganzheitliche spirituelle Wissen, das Licht der Vollkommenheit, das die Heiligen sehen, die ihre Körperlichkeit überwunden haben. Sie wurden von Krishna zum See des vollkommenen Geistes (Brahma-Hrada) gebracht und eingetaucht. Und als sie sich daraus erhoben hatten, sahen sie die Wohnstätte der vollkommenen Wahrheit, wie Akrura sie gesehen hat (die Geschichte folgt noch ab Kapitel 10.38). Durch diese Sicht wurden Nanda und die anderen Hirten von höchster Glückseligkeit erfüllt und waren sehr erstaunt, selbst dort Krishna überall anwesend zu sehen, wie er beständig von vedischen Hymnen gelobt wurde.


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