Pushpak Bhagavata Purana Buch 8Zurück WeiterNews

8.18. Die Verkörperung des Zwerges Vamana

Der ehrenwerte Suka sprach:
So verkörperte sich der Höchste Herr, der in gelbe Kleider gehüllt mit Lotusaugen und Muschel, Keule, Lotus und Diskus in seinen vier Händen vor Aditi erschienen war und auch von Brahma gepriesen wurde, im Mutterleib von Aditi und wurde von ihr zum Wohle der Welt geboren. Er hatte einen dunklen Körper und ein strahlendes Lotusgesicht und trug zwei glitzernde Ohrringe in Form von Alligatoren, das Srivatsa Zeichen (den Endlosknoten) auf seiner Brust, goldene Armreifen, eine prachtvolle Krone, Gürtel, heilige Schnur, Knöchelglöckchen, eine außergewöhnliche Blumengirlande, die von Bienen umsummt wurde, und das glänzende Kaustubha-Juwel am Hals, so daß jegliche Dunkelheit im Haus von Kasyapa verschwand. Als er geboren war, wurden alle Wesen auf der Erde, im Wasser, in der Luft und im Himmel von großem Glück erfüllt. Alle Jahreszeiten, die Kühe, die Opferfeuer und auch die Zweifachgeborenen zeigten sich von ihrer besten Seite. Wahrlich, der Herr wurde zu einer besonders glücksverheißenden Zeit geboren. Alle Planeten, Sterne, Sonne und Mond standen in günstigster Konstellation, und es geschah am zwölften Tag der hellen Monatshälfte von Bhadra zur Mittagszeit als der Mond im Haus von Sravana war. Oh König, genau diese Konstellation nennen die Gelehrten Vijaya („geistiger Sieg“). Überall hörte man den lauten Klang der himmlischen Muschelhörner, Trommeln, Pauken und Trompeten. Die Gandharvas sangen, die Apsaras tanzten, und die Heiligen, Götter, Stammväter, Ahnen und Feuergötter priesen den Herrn mit heiligen Hymnen. All die Siddhas, Vidyadharas, Kimpurushas, Kinnaras, Charanas, Yakshas, Rakshasas und Nagas lobten und verherrlichten den Höchsten Herrn, tanzten vor Freude und bedeckten die Wohnstätte von Aditi mit himmlischen Blüten.

Als Aditi den Höchsten Herrn aus ihrem Mutterleib kommen sah, staunte sie über dieses große Wunder, und auch ihr Ehemann Kasyapa rief voller Erstaunen: „Sieg und Heil! (Jaya!)“ Denn der Körper des Herrn, der mit Ornamenten und Waffen vollkommen ist, kann nicht mit körperlichen Augen gesehen werden. Doch um die Ziele der Götter zu erreichen, wurde er nun auch körperlich manifestiert, so daß er in Gestalt eines kindlichen Zwerges (Vamana) wie ein Schauspieler in einem Theater erschien. Auch die großen Heiligen waren entzückt, ihn als Brahmachari-Zwerg zu sehen, und führten zusammen mit dem Stammvater Kasyapa alle nötigen Riten der Kindheit und Jugend durch. Während der Verleihung der heiligen Schnur sang der Sonnengott das Gayatri-Mantra, Vrihaspati gab die heilige Schnur und Kasyapa den dazugehörigen Strohgürtel (als Weihe zum Zweifachgeborenen). Mutter Erde gab dem Herrn des Universums ein Hirschfell, der Mondgott, der den Wald regiert, einen Stab, Aditi ein Unterkleid und Indra einen Sonnenschirm. Brahma gab der unvergänglichen Höchsten Seele einen Wassertopf, die Göttin Sarasvati eine Perlenkette, und die Sieben Heiligen gaben Kusha-Gras. Oh König, nachdem er auf diese Weise mit der heiligen Schnur initiiert worden war, gab ihm Kuvera, der König der Yakshas, eine Bettelschale, und Uma, die keusche Mutter des Universums und Frau von Shiva, gab ihm persönlich die Almosen. Als Brahmane, der von allen verehrt wurde, überstrahlte er als Bester der Brahmanen mit seinem Brahman-Glanz die gesamte Versammlung, die mit der Anwesenheit aller großen und heiligen Brahmanen gesegnet war. Dann bereitete und entzündete er ein Opferfeuer, verstreute wie die gelehrten Brahmanen das Kusha-Gras ringsherum und nährte das heilige Feuer mit Holz.

Als er dann von der Herrlichkeit Valis hörte, der gerade unter Führung von Bhrigu im Kreise seiner Brahmanen ein Pferdeopfer feierte, begab er sich zu diesem Ort, und mit jedem Schritt, den er als vollkommenes Wesen auf seinem Weg tat, prägte er seine Fußabdrücke in die Erde ein. Und so erschien er am nördlichen Ufer der Narmada, wo die Priester von Bhrigu gerade die Rituale zum Abschluß des Pferdeopfers durchführten, vor ihren Augen wie eine aufgehende Sonne. Die Priester und auch Vali, der dieses Opfer veranstaltete, sowie alle anderen Versammelten, wurden von der Herrlichkeit des Herrn in Gestalt eines Zwerges überstrahlt, und sie fragten sich, ob der Gott der Sonne oder des Feuers oder sogar der heilige Sanatkumara an ihrem Opfer teilnehmen wollte. Und während die Brahmanen noch über verschiedene Meinungen stritten, betrat der Höchste Herr in Zwergengestalt mit Sonnenschirm, Stab und Wassergefäß die Arena des Pferdeopfers. Und als der Zwerg wie ein gelehrtes Menschenkind mit Strohgürtel, heiliger Schnur, Hirschfell und verfilzten Haaren vor den Priestern und Brahmanen von Bhrigu stand, hielten sie sogleich mit ihren Riten inne, erhoben sich und begrüßten den Gast, der in seiner Herrlichkeit alles überstrahlte. Auch König Vali, der Veranstalter des Opfers, war höchst erfreut, so ein strahlendes Wesen zu sehen, bot ihm einen Platz an und verehrte die Herrlichkeit der befreiten Seele mit dem Gastgeschenk des Waschens der Füße. Denn Vali kannte das Dharma und wußte, daß das Wasser vom Waschen seiner Füße jede Sünde bereinigen konnte. So berührte er dieses Wasser mit seinem Kopf, das sogar Shiva, der Gott der Götter mit der Mondsichel im Haar, auf seinem Kopf (in Form der himmlischen Ganga) empfängt.

Und König Vali sprach:
Sei willkommen! Meine Ehrerbietung für dich, oh Brahmane. Was können wir für dich tun? Oh Hochbeseelter, ich sehe in dir die Verkörperung der Entsagung aller Brahman-Weisen. Deine heutige Ankunft an diesem Ort befriedigt alle unsere Ahnen, reinigt den ganzen Stamm und vervollkommnet das Opfer, das wir gerade durchführen. Oh Brahmanen-Sohn, heute bringen die Opferfeuer, die wir gemäß den Geboten entzündet haben, ihre Früchte. Durch das Wasser vom Waschen deiner Lotusfüße werden alle meine Sünden abgewaschen, und durch deine Kinderfüße wird diese Erde gereinigt und gesegnet. Was auch immer du wünschst, oh Brahmachari, ich werde es dir geben, seien es Kühe, Gold, Häuser, Essen, Getränke, eine Brahmanen-Tochter, wohlhabende Dörfer, Pferde, Elefanten oder Wagen. Soweit ich es geben kann, werde ich alles geben, was du wünschst.


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