Pushpak Shiva-Purana Buch 10Zurück WeiterNews

Kapitel 46 - Die Inkarnation der Göttin für den Tod des Dämonen Mahisha

Der Weise fuhr fort:
Es lebte einst der Dämon Rambha, der ein Juwel seines Geschlechts war. Sein Sohn war der strahlende Mahisha, der alle Götter besiegte, sich auf Indras Thron setzte und über den Himmel herrschte. Die besiegten Götter nahmen bei Brahma Zuflucht, und dieser begab sich mit ihnen zu Vishnu und Shiva.

Sie beugten die Häupter und klagten ihr Leid:
Oh ihr Herren, wir wurden vom üblen Mahisha besiegt und aus dem Himmel geworfen. Jetzt müssen wir in der Welt der Sterblichen umherwandern, ohne Frieden oder Glückseligkeit - welche Not! Der sündige Dämon jedoch beschützt seine Rasse und führt alle Pflichten von Sonne, Mond, Varuna, Kuvera, Yama, Indra, Feuer, Wind, den Gandharvas, Vidyadharas und den guten Charanas selbst aus. Ihr müßt uns retten, denn wir Götter suchen Zuflucht bei euch. Bitte beschließt den sofortigen Tod des Dämonen.

Als Shiva und Vishnu dies hörten, rollten ihre Augen vor Zorn. Ein gewaltiger Glanz kam aus ihren Körpern, und auch aus den Körpern der anderen Götter. Und alle Götter, welche die Meditation über Durga pflegten, sahen den schrecklichen Glanz sich in alle Richtungen ausbreiten. Er zog sich zusammen und wurde zur Göttin Mahishamardini (Vernichterin von Mahisha, dem Büffeldämon). Ihr strahlendes Gesicht hatte sie von Shiva, das glänzende Haar von Yama und ihre hellen Arme von Vishnu. Der Mond hatte ihre glänzenden Brüste geformt, die Taille war von Indra, die Schenkel von Varuna, die Hüften von der Erde, die Füße von Brahma, die Zehen und die Finger von der Sonne, die Nase von Kuvera, die Zähne von Brahma, die Augen strahlten vom Glanz des Feuergottes, die Augenbrauen kamen von der Dämmerung, die Ohren vom Wind und die übrigen Glieder von allen anderen Göttern. So manifestierte sich die große Göttin auf einem Lotussitz. Die Götter freuten sich sehr, wie sie aus ihrem vereinten Glanz hervortrat. Als sie sahen, daß die Göttin keine Waffen trug, da übergaben sie ihr folgende Waffen: Shiva bot ihr seinen Speer an, Krishna seinen Diskus, Varuna Muschelhorn und Schlinge, der Feuergott den Wurfpfeil, der Windgott den Bogen mit einem Köcher voller Pfeile, Indra seinen Donnerblitz und eine Glocke, Yama den Stab, Prajapati eine Perlenkette, Brahma den Wassertopf und die Sonne ihre brennenden Strahlen. Kala gab ihr ein Schwert mit glänzendem Schild, der Milchozean eine wunderschöne Halskette, Kleider, das Kronenjuwel, Ohrringe, Armreifen, Ornamente, die der Mondsichel glichen, Schulterstücke und schöne Finger- und Fußringe. Visvakarma gab ihr eine glänzende Axt, der Ozean vielerlei Waffen, eine undurchdringliche Rüstung, eine schöne Girlande und einen Lotus. Himavat gab ihr einen Löwen und viele Juwelen, Kuvera ein Gefäß voll mit Wein und Sesha ein wunderschön gearbeitetes und mit kostbaren Juwelen verziertes Nagahara.

Nach all diesen Ehren stieß die Göttin Jubelschreie aus, welche das Himmelsgewölbe mit ihrem donnernden Echo erfüllten und die drei Welten erzittern ließen. Die Ozeane rollten, die Erde bebte, und die Götter stimmten in das Gebrüll ein. Dann priesen die Götter die große Shakti, Ambika in Gestalt von Mahalakshmi, mit hingebungsvollen Worten. Als die Welten erzitterten, erhoben sich die Feinde der Götter und bereiteten sich auf den Kampf vor. Mahisha stürmte zürnend dem Gebrüll entgegen und sah die Göttin, wie sie die Welten mit ihrem wunderschönen Glanz durchdrang. Die Dämonen hatten ihre Armeen aufgestellt, und viele heldenhafte Krieger erhoben die Waffen. Da waren Cikshura, Camara, Udagra, Karala, Uddhata, Bashkala, Tamra, Ugrasya, Ugravirya, Bidala, Andhaka, Durdhara, Durmukha, Trineta, Mahahanu und viele, viele andere. Sie alle waren Meister der Waffenkünste und fochten einen langen Kampf mit der Göttin. Alle Arten von gräßlichen Geschossen hagelten auf die Göttin ein, doch ihre Macht ließ sie alle vergehen. Dafür traf die Göttin die Dämonen mit ihren Waffen zuhauf. Während Mahisha, der mächtige Büffel, seine Heere schwinden sah, kämpfte er gegen die Krieger, welche die Göttin aus ihrem Atem entließ. Manche trat er mit seinen Hufen, andere durchbohrte er mit seinen Hörnern, und viele starben unter dem Peitschenschlägen seines Schwanzes und oder der Wucht seiner Schnauze. Dann stürmte er gegen den Löwen der Göttin, auf dem sie majestätisch ritt. Er stampfte mit gewaltiger Kraft die bebende Erde, köpfte Berge mit seinen Hörnern und ließ Felsen regnen, den Ozean peitschte er mit seinem Schwanz, und die Wogen überrollten das Ufer. Als die Göttin Ambika den Dämonen Mahisha dermaßen zornig erregt sah, beschloß sie seinen Tod. Sie nahm die Schlinge, warf sie über ihn und band ihn. Doch der Dämon änderte seine Gestalt und wurde zum Löwen. Als sie seinen Kopf abtrennen wollte, trug er plötzlich ein Schwert. Sie entließ ihre Pfeile auf ihn, da wurde er zum Elefanten, der eine Rüstung trug und mit seinem Stoßzahn ihren Löwen schlug. Da trennte sie dem Dämonen mit ihrem Schwert einen Vorderfuß ab, woraufhin er wieder seine Büffelgestalt annahm und die drei Welten mit samt ihren Wesen erneut aufwühlte. Nun wurde die Göttin richtig zornig. Sie trank den Wein in einem Zug, rollte mit den Augen, lachte laut und gräßlich, während der Dämon mit stolzem Gebrüll Antwort gab. Er hob einen Berg hoch und warf ihn nach ihr. Sie ließ das Geschoß zu Staub zerfallen und spickte ihn mit Pfeilen.

Mit gerötetem Gesicht wegen des Weines und erregten Sinnen rief sie mit lauter, donnernder Stimme:
Oh du dummer Kerl, du Dämon mit ruiniertem Intellekt, warum bist du vergebens so störrisch? Kein Dämon in den drei Welten kann je gegen mich bestehen!

Dann sprang sie auf seinen Nacken, durchbohrte ihn mit ihrem Speer und drückte ihn mit dem Fuß nieder. Der Dämon schien halbtot und von ihrer Macht ganz erdrückt, und doch wehrte er sich weiter. So trennte sie ihm mit dem Schwert den Kopf ab, und er fiel zu Boden. Seine Krieger wehklagten laut, flohen vom Schlachtfeld und riefen um Hilfe. Die Götter jedoch lobten die Göttin, die himmlischen Musiker sangen Lieder, und die Nymphen tanzten vor Freude. Das, oh König, war die Geschichte von der großen Göttin, wie sie sich inkarnierte, um den Dämonen Mahisha zu schlagen. Höre die nächste Geschichte.


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