Pushpak Shiva-Purana Buch 10Zurück WeiterNews

Kapitel 10 - Die Strafen in den Höllen

Sanatkumar fuhr fort:
Wer unheilsamen Lehren folgt, der kommt in die Hölle Dvijihva, wo er von riesigen, spitzzulaufenden Pflugscharen gefoltert wird. Wer seine Eltern grausam behandelt und mißachtet hat, dessen Mund wird unter Schlägen mit Fäkalien und Würmern gefüllt. Wer einen Shiva Tempel oder sein Umfeld mit den jeweiligen Wasserstellen darin beschmutzt, indem er dort Würfel spielt, sich salbt, Saufgelage abhält, ißt oder Sex hat, der wird in gewaltigen Maschinen zerquetscht wie solche, die Zuckerrohr zermalmen. Ihn verbrennt das Höllenfeuer bis zum letzten Tag der Auflösung des Universums. Wer auf ungehörige Weise mit anderen Ehefrauen verkehrt, muß ein glühendheißes, eisernes Abbild dieser Frau umarmen, während er geschlagen wird. So ergeht es auch sündigen Frauen, die mit anderen Männern unheilsamen Umgang hatten, und wenn sie die glühende Statue des Mannes berühren müssen, dann schreien und weinen sie vor Schmerz. Wer gerne zuhört, wenn über gute Menschen schlecht geredet wird, dem werden zur Strafe die Ohren mit heißen Metallnadeln, kochender Milch oder siedendem Öl gefüllt. Und wenn andere Körperteile zur Sünde benutzt wurden, dann werden sie ähnlich behandelt. Wer z.B. mit seiner Hand die Frau eines anderen unsittlich berührte, dem wird die Hand mit Glut gefüllt, sein Körper wird mit Säure eingerieben, und er leidet gräßliche Schmerzen. Wer seinen Eltern ständig mit scheelen Blicken und gerunzelten Augenbrauen begegnete, dem wird das Gesicht mit scharfen Spitzen zerkratzt. Wer Frauen Gewalt antat und sie besudelte, dem werden die entsprechenden Körperteile gequält. Wer andere Frauen mit gierigen Augen anglotzte, dem werden heiße Nadeln in die Augen gestochen. Zweifle nicht daran, oh Weiser, daß dies geschehen wird. So werden sündige Menschen in Yamas Höllen geläutert.

Wer aß, ohne es vorher den Göttern, Lehrern, Brahmanen und dem Feuer anzubieten, dem wird die Zunge durchbohrt und der Mund mit glühenden Eisennadeln gefüllt. Wer gierig an den Blumen eines Tempels roch oder sie sogar für sich pflückte und sein Haupt damit schmückte, dem wird die Nase mit Säure gefüllt und der Kopf mit Nägeln beschlagen. Die Menschen, welche die edlen Lehrer der Tugend verlästern, die Verehrer der Götter, den Feuergott oder den Lehrer sowie die ewigen Schriften schmähen, bekommen glühende Nadeln durch Brust, Nacken, Kiefer, Zunge, Lippen, Gaumen, Nase und Gelenke getrieben. In alle Körperöffnungen werden ihnen glühende Substanzen gefüllt, und ihr ganzer Körper damit sehr gepeinigt. Wer andere bestiehlt oder einen Brahmanen tritt, der geht von Hölle zu Hölle. Wer die Opfergaben für Shiva gewaltsam berührt, eine Kuh schlägt oder die heiligen Schriften mit Füßen tritt, wird ebenso gräßlich bestraft. Wer neben einem Shiva Tempel Blase oder Darm entleert, dem werden Penis und Hoden zu Pulver zermahlen, der ganze Körper mit ätzender Säure gefüllt und glühendheiße Nadeln in den Anus gesteckt. Wer als Reicher nie wohltätige Gaben verschenkte, weil er so habgierig war, oder wer Gäste schlecht behandelte, die zur rechten Zeit kamen, der fällt wegen dieser Sünden in eine schmutzige Hölle. Wer vor dem Essen vergißt, den Hunden und Krähen (für die Ahnen) zu opfern, wird mit zwei Nägeln gequält, die in den offenen Mund eingeschlagen werden. Auch nagen Würmer an ihm und Krähen oder furchtbare Bestien wetzen ihre scharfen Krallen an seinem Leib.

Deshalb sollte man täglich folgende Opfer darbringen: Zwei Hunde namens Syaba und Sabala versperren den Weg zu Yama. Ihnen gebe ich dieses Opfer, mögen sie es annehmen. Mögen die frommen Krähen Richtung Varuna (Westen), Vayu (Nordwest), Yama (Süden) und Nairita (Südwest) mein Opfer annehmen. - Wer nach dem Homa und der Verehrung Shivas auf diese Weise die Opfergaben mit Shiva- Mantras gibt, muß Yama gar nicht erst entgegentreten, sondern geht direkt in den Himmel. Man zeichne ein viereckiges, mystisches Diagramm und opfere süße Düfte. Die Gaben für Dhanvantari gebe man in die Ishana Ecke (des Diagramms, Nordosten), die für Indra im Osten, die für Yama im Süden und die für Shiva mit Daksha und Uma im Westen. Die gleichen Gaben bekommen die Ahnen im Süden, Aryaman im Osten und Dhatri und Vidhatri am Eingang. Die Opfergaben an die Hunde und Krähen und ihre Meister werden am Boden ausgeführt. Und bedenke, ein Hausvater hängt von den Göttern, Ahnen, Geistern, allen Arten von irdischen und himmlischen Wesen, ja auch Würmern, Vögeln und Insekten ab. Die vier Zitzen der Kuh heißen daher Svahakara, Svadhakara, Vasatkara und Hantakara. An der ersten Zitze saugen die Götter, an Svadhakara die Ahnen, von Vasatkara ernähren sich die anderen himmlischen Wesen, und an Hantakara saugen die Menschen. Wer also der nährenden Kuh mit Respekt und Vertrauen dient, ist würdig, das Opferfeuer zu unterhalten. Doch wer dies mißachtet, versinkt in der Dunkelheit der Hölle Tamisra. Nachdem der Hausvater den Ahnen auf diese Weise an der Haustür geopfert hat, sollte er eine Weile innehalten und meditieren.

Wer hungrige Gäste aus der Fremde bekommt, sollte sie gut bewirten mit allem Essen und Geschirr, was ihm zur Verfügung steht. Denn wenn sich ein Gast enttäuscht abkehrt, dann nimmt er den halben Verdienst des Hausvaters mit sich und läßt seine Sünde bei ihm zurück. Wer also köstliche Nahrung nur sich selbst gönnt, dem werden in der Hölle Fesseln angelegt und die Zunge durchbohrt. Man schneidet ihm kleine Stücke vom eigenen Fleisch ab, und er muß sie selbst essen. Sein Blut muß er trinken, und geschlagen wird er auch. Doch immer leidet er Hunger und Durst.

Nun, die Qualen in den Höllen sind lang und vielfältig. Doch höre noch etwas in Kürze. Es kommt vor, daß jemand mehr gesündigt als Gutes getan hat, oder jemand hat mehr Gutes als Schlechtes getan. Nun höre, was das für Auswirkungen hat. Für den, der mehr gesündigt hat, wiegen die Früchte seiner guten Taten nicht allzu schwer, denn die vielen Leiden überwiegen die wenigen Freuden. Es ist so, wie bei jemandem, der sich an einem reichlichen Essen nicht lange erfreuen kann, wenn er sonst nur hungert. Seine Pein ist übergroß. Im Gegensatz dazu sind die wenigen Schmerzen, die jemand erdulden muß, der nur einige kleine Sünden beging kann, leicht zu ertragen. So wie jemand einen Tag Fasten gut übersteht, wenn er sonst täglich genug zu essen hat.

Oh, es gibt große Sünden in der Welt, die einen Menschen in viele Stücke zerschmettern können, wie ein Bergesgipfel, der vom Blitz getroffen wird.


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