Pushpak Ramayana Buch 5Zurück WeiterNews

Canto 53 - Die Strafe

Von seiner Bitte bewegt, billigte König Ravana den Ratschlag des Prinzen: "Deine Worte sind weise und wahr. Einen Boten zu töten, bekäme uns schlecht. Doch für sein Verbrechen müssen wir eine passende Strafe erdenken. Ich meine, der Schwanz ist der von einem Affenherz am meisten geschätzte Körperteil. Merkt auf: Setzt seinen Schwanz in Flammen und laßt ihn gehen, wie er kam. So kann er verunstaltet und voller Schande zu seinem König und seinem Volk zurück eilen." Die Giganten hörten die Rede ihres Monarchen, und erfüllt von brennendem Zorn brachten sie Streifen von Baumwollkleidern und wickelten die Bandage rund um den Schwanz des Affen. Sie banden ihm den Schwanz ganz rund und groß, so daß seine massige Gestalt gewaltig anschwoll, wie die Flamme, die in alten Bäumen oder trockenem Gras hoch auflodert. Sie tauchten jeden Streifen in Öl und setzten die vollgesogene, verdrehte Rolle in Brand. Die grausamen Dämonen standen und starrten und schauten entzückt auf die lodernde Flamme. Unter lautem Trommelgedröhn und den Klängen aus Muschelhörnern ertönte ihr freudiges Triumphgeschrei. Sie drängten sich um ihn in dichten und schnellen Scharen, als er durch die gefüllten Straßen schritt und dabei mit aufmerksamer Sorge alle reichen und wunderbaren Bauwerke betrachtete. Er achtete nicht der eifrigen Schreie: "Der Spion! Der Spion!", welche die Luft zerrissen. Manche rannten zur gefangenen Dame und sprachen in freudigen Worten zu ihr: "Dieser kupfergesichtige Affe, der in den Gärten mit dir sprach, wird durch Lankas Stadt geführt und zur Schau gestellt mit seinem Schwanz, um den die roten Flammen züngeln." Die Dame vernahm die beklagenswerten Neuigkeiten, und in ihrem Busen rührte sich neue, frische Sorge. Schnell ging sie zum entzündeten Feuer und betete ehrfürchtig davor: "Falls ich meinem Ehemann gehorchte und die asketischen Gelübde bewahrte, immer frei von Fleck und Makel war, dann verschone den Vanar und schade ihm nicht." Da sprang die flackernde Flamme in die Höhe und zeigte der Dame ihre Antwort. Das mitleidvolle Feuer ließ von seiner Rage ab, und der Vanar spürte die Hitze nicht mehr. Da schmolz er zur winzigsten Gestalt zusammen und löste seine Glieder von den Seilen, die ihn hielten. Befreit von allen Banden und Ketten erhob er sich wieder zu voller Größe. Dann ergriff er eine Keule von gewaltigem Gewicht, die vor ihm am Tor lag, griff die Unholde an, die ihn rings umschlossen, und schickte sie leblos zu Boden. Erneut streifte er durch Lanka und besuchte jede Straße, jeden Platz und die Alleen - immer noch umkränzt von der harmlosen Flamme, wie die Sonne von ihren Strahlen umgeben ist.



Zurück Inhaltsverzeichnis Weiter