Pushpak Ramayana Buch 1Zurück WeiterNews

Canto 8 - Die Rede des Sumantra

So prächtig, gerecht und hochgeistig wie der König war, so sehr sehnte sich der kinderlose Monarch nach einer Familie. Denn kein Sohn zierte seinen Namen oder trug das königliche Geschlecht weiter. Schon lange lebte diese Sorge in seinem Herzen, und wieder und wieder sinnend erhob sich folgender Gedanke: "Ein Pferdeopfer wäre gut, dann könnte ein Sohn die Gabe vergelten." Diesen Plan legte er seinen Ministern vor und bat sie um ihren weisen Rat. Und zu Sumantra, dem Besten der königlichen Ratgeber, sprach er: "Bitte alle meine Priester hierher, mit Vasishta an ihrer Spitze." Darauf erwiderte Sumantra folgendes:

"Höre, Herr, die Geschichte aus alten Zeiten. Sanatkumar, der Heilige, unterrichtete einst viele Weise darüber, wie von deiner Ahnenreihe, oh König, nach der rechten Anzahl von Jahren ein Sohn geboren werden würde.

'Hier lebt', so begann der Seher damals, 'ein heiliger Mann von Kasyapas Abstammung. Sein Name ist Vibhandak. Er wiederum wird einen Sohn haben, den berühmten Rishyasring. Der Wald ist des Eremiten Heim, seine Nahrung die Hirsche, die um ihn herum wandern. Kein Sterblicher außer seinem heiligen Vater wird ihm bekannt sein. Er wird nach den Regeln eines jungen Brahmanen leben und all die strikten Gebote befolgen, welche die Schule des jugendlichen Asketen ausmachen. Die ganze staunende Welt wird über sein strenges Leben und die mühsame Buße hören. Seine Sorge wird der Pflege des heiligen Feuers gelten, und seine Pflichten werden die Gebote seines Vaters sein.

Zu gleicher Zeit wird der ruhmvolle Lomapad auf dem Thron der Angas sitzen und durch seine Torheit eine Plage über das Land bringen. Es wird für viele Jahre kein Regen fallen, und eine schwere Dürre wird alles ruinieren. Der geplagte König wird viele Gebete sprechen und seine Priester um Rat bitten, wie das Land zu heilen wäre: "Das Gesetz des Himmels ist euch bekannt, auch seid ihr nicht blind gegenüber den Dingen hier unten, ich bitte euch, heilige Männer, erklärt den Weg, diese Plage zu büßen und zu stoppen." Und die Besten der Brahmanen werden antworten: "Auf jede Weise, oh König, versuche, Rishyasring hierher zu bringen, sei es durch Überzeugung, Gefangennahme oder Täuschung. Und wenn der Junge hierher geführt wurde, dann verheirate ihn ordnungsgemäß mit deiner Tochter."

Aber wie den wunderbaren Jungen ins Land bringen? Lange wird der König besorgte Gedanken hin und her wälzen, um dann schon hoffnungslos im Erreichen seines Zieles seine Räte zu befragen und auch die ganze Priesterschar zu bitten, den heiligen Rishyasring mit Ehren zu ihm zu bringen. Doch wenn die Schar die Bitte ihres Herrn hört, da wird sie mit zitternden Herzen und Furcht in den Blicken um Gnade und den Erlaß der Bitte flehen, denn sie werden Angst haben, zu Vibhandak zu gehen. Und vor dem König werden viele Pläne ausgebreitet und listige Ideen entwickelt werden, die versprechen, den Jungen auf anständige Weise herzubringen und so, daß niemand zu tadeln wäre. Über jedes Wort der Räte wird der König nachdenken, um dann nach drei Tagen seine Minister wieder einzuberufen. Und so wird man sich auf folgenden Plan einigen, daß Fräuleins ausgesandt werden, die in heilige Eremitenkleidung gehüllt und im Schmeicheln geübt sind. Diese sollen den jungen Eremiten locken und täuschen auf jede Weise und mit amourösen Schlichen, die sie ja so gut beherrschen, ihn, den ahnungslosen jungen Einsiedler, mit hexenhafter Verführungskunst dazu bringen, des Vaters Heim zu verlassen. Und wenn der Junge mit willigem Herzen seinem stillen Zufluchtsort den Rücken kehren und die Stadt betreten wird, dann werden auch die Sorgen des Königs ein Ende finden. Denn Ströme von gesegnetem Regen werden sich auf das durstige Land ergießen. Und weiterhin wird der heilige Rishyasring dem mächtigen König Lomapad durch Heirat verbunden, denn Santa, die Schönste der Schönen und in Geist und Anmut jenseits aller Vergleiche, wird seine königliche Braut werden. Beim Pferdeopfer, wenn Rishyasring die Flammen mit heiligem Öl füttert, wird er für König Dasaratha Söhne gewinnen, der bisher in seinen Gebeten umsonst darum bat.'

Ich habe dir, oh Herr, soweit die Worte des alten Sanatkumar berichtet, wie er sie in der Versammlung der heiligen Männer sprach."

Da rief Dasaratha voller Freude: "Erzähl mir genau, wie sie den Einsiedler-Jungen dann zu sich brachten."


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