Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 20 – Krishna kämpft mit den Danavas und Salwa

Vasudeva sprach:
Nur wenig nach dem Rückzug Salwas kehrte ich nach Abschluß deines großen Opfers, oh König, nach Dwaraka zurück. Bei meiner Ankunft fand ich Dwaraka glanzlos und nirgends war der Klang von vedischen Gesängen zu hören oder Opferriten zu sehen. Die edlen Damen hatten ihren Schmuck abgelegt, und den Gärten fehlte alle Schönheit. Beunruhigt fragte ich da den Sohn von Hridika: „Warum sind die Männer und Frauen in unserer Stadt so schwermütig, oh Tiger unter den Männern?“ Und Kritavarman erzählte mir in allen Einzelheiten die Invasion von Salwa und seinen Rückzug. Als ich alles vernommen hatte, oh Bester der Bharatas, entschloß ich mich, Salwa zu schlagen. Ich ermutigte die Bürger und sprach heitere Worte zu König Ahuka, König Anakdundhuvin (Vasudeva, Krishnas Vater) und den anderen Vrishni Helden, wie: „Bleibt in der Stadt, ihr Bullen der Yadavas, und sorgt euch um alle Belange hier. Wißt, daß ich ausziehe, um Salwa zu besiegen. Ich kehre nicht eher zurück, bis ich ihn geschlagen habe. Wenn ich zu euch zurückkehre, sind Salwa, sein kostbarer Wagen aus edlen Metallen und seine Stadt vernichtet. Laßt den Dreiklang der Kesselpauke (Dundhubi) ertönen, welcher allseits Furcht in die Herzen der Feinde senkt.“

Da antworteten die Helden freudig: „Geh und vernichte die Feinde!“ Unter dem Segen der Krieger und den glücksverheißenden Worten der Brahmanen verbeugte ich mich vor diesen Besten der Zweifachgeborenen und auch vor Shiva, und marschierte los. Vor meinen Wagen waren die Pferde Saivya und Sugriva gespannt, die Wagenräder erfüllten mit ihrem Gerassel alle Himmelsrichtungen, und ich blies in mein Muschelhorn Panchajanya. Meine starke, vierfache Armee begleitete mich und war wie ich fest entschlossen zur Schlacht. Wir durchquerten viele Länder, sahen viele baumgekrönte Berge, Teiche und Flüsse, und kamen schließlich im Land von Martikavarta an. Dort hörte ich, oh du Tiger unter den Männern, daß Salwa mit seinem kostbaren, metallenen Wagen nahe des Ozeans gesehen worden war. Ich nahm die Verfolgung auf und erblickte Salwa in seinem Wagen inmitten des tiefwogenden Ozeans. Von Ferne forderte mich dieser Übelgesinnte immer wieder zum Kampfe. Doch die vielen, schnellen Pfeile von meinem Bogen erreichten nicht seinen Wagen, was mich sehr erzürnte. Auch Salwa mit dem sündhaften Wesen schoß mit unerschöpflicher Energie tausend Pfeile auf mich ab. Sie regneten in Strömen auf meine Krieger, meinen Wagenlenker und meine Pferde herab. Doch wir achteten nicht auf seine Pfeile und kämpften weiter. Nun griffen mich die Krieger, welche dem Daitya Sohn Salwa folgten, mit tausenden Waffen direkt an. Diese Dämonen schossen auf meine Pferde, den Wagen und Daruka mit Pfeilen, die sehr wohl in der Lage waren, die inneren Organe zu durchbohren. Mein ganzes Heer und ich wurden von einer Wolke von Waffen eingehüllt. Doch mit übermenschlichem Geschick ließ ich zehntausend Pfeile von meinen Bogen fliegen, die ich zuvor mit Mantras erweckt hatte. Doch der wunderbare, metallene Wagen war volle zwei Meilen im Himmel entfernt, und meine Truppen konnten ihn nicht sehen. Es blieb ihnen nur übrig, die Stellung zu halten und mich, wie Zuschauer in der Arena, mit Händeklatschen und lautem, löwenhaftem Gebrüll anzufeuern. Die gefärbten Pfeile, die ich mit meinen Fingern abschoß, bissen sich in die Körper der Danavas wie blutgierige Insekten. Da erhob sich Geschrei von den Getroffenen im metallenen Wagen, die sterbend ins Meer stürzten. Ohne Arme und Beine fielen die Danavas laut brüllend wie Kavandas (kopflose Rümpfe, die übers Schlachtfeld kriechen und wie niedere Geister betrachtet werden) herab und wurden von den Geschöpfen des Meeres verschlungen. Mächtig blies ich da mein Muschelhorn Panchajanya, das aus dem Meer stammt und so anmutig wie eine Lotusblüte ist und so weiß wie Milch, der Mond, Silber oder Jasmin (Kunda). Als Salwa seine Krieger fallen sah, begann der Besitzer des kostbaren, metallenen Wagens mittels Illusion zu kämpfen. Er schleuderte unablässig Keulen, Eisenstangen, geflügelte Wurfpfeile, Speere, Streitäxte, Schwerter, lodernde Pfeile, Blitze, Schlingen, Säbel, Kanonenkugeln, Wurfäxte und explodierende Geschosse auf mich. Doch ich verwehrte ihnen den Weg und zerstörte sie alle mit der entsprechenden Gegenillusion. Nun begann er mit Bergesgipfeln zu kämpfen. Außerdem war es abwechselnd hell, dann wieder dunkel, strahlend klar und gleich wieder trüb, mal heiß und sofort wieder kalt. Es kam auch ein vollkommen dichter Schauer von Erzbrocken, Asche und Felsen. Mit solchen Täuschungen focht der Feind wider mich. Doch sobald ich die Illusion erkannte, vernichtete ich sie mit ihrem Gegenmittel, und verbreitete meine Pfeile in alle Richtungen. Mit einem Mal erglänzte die Himmelswölbung wie hundert Sonnen, hundert Monde und zehntausend Sterne, oh Sohn der Kunti. Niemand konnte mehr sagen, ob es Tag oder Nacht war. Und die Himmelsrichtungen waren nicht mehr zu unterscheiden. Um die Verwirrung zu enden, legte ich da die Waffe der inneren Sicht (Prajnastra) auf meine Bogensehne. Die Waffe flog davon und verteilte sich wie reine Baumwollflöckchen im Wind. Sogleich hatte ich mir das Licht zurückgewonnen, oh bester Monarch, und kämpfte weiter mit dem Feind. Und allen standen die Haare zu Berge bei diesem großen Kampf.


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