Pushpak Shiva-Purana Buch 6Zurück WeiterNews

Kapitel 12 - Heimkehr zum Kailash

Brahma fuhr fort:
Nach dem Tode Tarakas lobten und ehrten die Götter Kartikeya wie folgt:
Verehrung sei dir mit dem guten Angesicht. Verehrung sei dir, denn du gibst dem Universum Glückseligkeit. Verehrung sei dir, denn du reinigst das Universum. Verehrung sei dir, du Vernichter der Dämonen. Verehrung sei dir, dem Sieger über Vana. Verehrung sei dir, dem Sieger über Pralamba. Verehrung sei dir mit dem heiligen Antlitz. Verehrung sei dir, du Sohn von Shiva. Du allein bist der Schöpfer, Erhalter und Vernichter der Welten. Sei befriedet, den der Feuergott gebar. Dein kosmisches Antlitz ist identisch mit dem Universum. Oh Sohn des Shiva, sei im Frieden, du Freund der Geplagten. Oh Herr, Beschützer der Götter, rette uns wieder und wieder. Du Gnadenvoller, sei zufrieden. Nachdem Taraka und seine Anhänger vernichtet wurden, hast du die Götter von allen Hindernissen befreit, oh großer Herr.

Nach diesen Worten gewährte der zufriedene Kartikeya den Göttern viele Segen. Auch die Berge lobten ihn, und so segnete der Knabe auch die Berge und sprach zu ihnen:
Ihr Berge werdet von den Weisen höchst geehrt werden, und tugendhafte Menschen werden bei euch Zuflucht suchen. Auf mein Wort hin, oh Berge, wird eure Gestalt dem Shiva Linga gleichen, dieser besonderen Form des großen Gottes. Daran gibt es keinen Zweifel. Und mein Großvater Himavat, dieser treffliche Berg, wird den Asketen vorzügliche Früchte verleihen.

Die Götter sprachen:
Du hast uns vom mächtigen Dämonen Taraka erlöst und durch deinen Segen die Welten glücklich gemacht. Doch nun ist es für dich an der Zeit, zum Kailash zurückzukehren, damit du voller Freude Vater und Mutter wiedersiehst.

Kartikeya war einverstanden, und so begab er sich mit den Göttern jubelnd zum Heim von Shiva und Parvati. Unter Siegesrufen fuhr der Knabe in einem himmlischen Wagen durch die Lüfte, der reichlich verziert und über alles strahlte. Mit Vergnügen fächerten Vishnu und ich dem Edlen kühle Luft zu, und Indra und die anderen Götter beschirmten seine Flanken. Jubelnd näherte sich der Zug Shivas Heim, und die Himmel klangen davon wider. Wir Götter verbeugten uns vor Shiva und Parvati und blieben demütig mit gefalteten Händen stehen. Kartikeya stieg bescheiden von seinem Wagen ab, und grüßte seine thronenden Eltern ebenfalls mit ehrfürchtiger Verbeugung. Mit großer Freude nahm das Paar den Sohn in Empfang. Shiva stand auf, küßte ihn auf das Haupt, streichelte ihn und hob ihn auf seinen Schoß. Dann zog ihn Parvati zu sich hinüber und küßte sein Lotusgesicht. Weltlich handelte das göttliche Paar und zeigte überschäumende Liebe.

Die Geisterscharen jubelten und sangen, und wir Götter priesen Shiva:
Oh Herr der Götter, du Beschützer deiner Verehrer, Verehrung sei dir immerdar, oh gnädiger Shiva. Dein Wirken ist wahrlich voller Wunder und verleiht den Tugendhaften Wohlsein. Oh Herr und Freund der Geplagten, unser Intellekt ist verblendet, und wir erkennen nicht die wahre Verehrung, die dir gebührt, oh Ewiger. Weder erfassen wir deine Anrufung noch den Kurs, den du nimmst. Verehrung sei dir, oh du Zügler der Ganga, du Gott mit allen Qualitäten, Verehrung dem Shiva und Herrn. Verehrung dem Herrn mit dem Stier im Banner, Verehrung dem Meister der Geister, Verehrung dem Herrscher über alles und die drei Welten. Verehrung dir, dem Vernichter, Erhalter und Schöpfer der Welten. Verehrung der ewigen Gottheit und dem Herrn der drei Qualitäten. Verehrung dem Herrn ohne jegliche Anhaftung, Verehrung Shiva, der ewigen Seele. Verehrung dem Reinen jenseits der Materie, Verehrung dem Großen und Unveränderlichen. Verehrung dem Gott des Todes, der die Schlinge und den strafenden Stab schwingt. Verehrung dem Gott der Götter, den man mit vedischen Mantras anrufen kann. Verehrung dir, dem Gott mit den hundert Zungen. Oh Herr, alles kam aus deinem Leib – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, belebt oder unbelebt. Oh Herr, beschütze uns auf ewig, denn wir suchen immer in dir Zuflucht, oh höchstes Wesen. Verehrung dir, dem blaukehligen Rudra in Gestalt des Opfers. Verehrung dir, der du sowohl Milliarden Formen annimmst, als auch formlos bist. Verehrung dem Shiva mit dem blauen Hals, der auf seinen Gliedern die Asche vom Verbrennungsplatz trägt. Verehrung dir mit dem üppigen Haarschopf und dem schönen Hals. Verehrung dir, den alle grüßen und die Yogis ehren. Verehrung dem großen Herrn, dessen Füße alle verehren. Unter den Göttern bist du Brahma, unter den Rudras der dunkle Nilalohita, du bist die Seele in allen lebenden Wesen, du bist der höchste Geist in der Philosophie. Du bist der Meru unter den Bergen, du bist der Mond unter den nächtlichen Himmelskörpern, du bist Vasishta unter den himmlischen Weisen und Indra unter den Göttern. Du bist das OM unter allen heiligen Klängen, oh Herr, sei unser Beschützer. Du ernährst alle Wesen zum Wohle der Welten. Oh großer Herr, du Glücksbringer, du prüfst alles Gute und Böse. Und wer deine Gebote ausführt, wird erblühen. Durch deine Abermillionen Formen sind wir nicht in der Lage, dein wahres Selbst zu erkennen. Oh Herr der Götter, Verehrung sei dir.

Shiva, der Selbstbeherrschte, war sehr erfreut über die Lobeshymne der Götter und gab zur Antwort:
Oh Vishnu, Brahma und ihr Götter, hört mir aufmerksam zu. Ich bin voller Gnade. Ich werde euch immer mit allen Mitteln beschützen. Der Herr der drei Welten ist der Vernichter von Übel und die Zuflucht für die, die aufrichtig bei ihm Zuflucht suchen. Dafür ist er Schöpfer, Erhalter und Vernichter und frei von Ablenkung des Geistes. Ihr vorzüglichen Götter, wann immer euch Unheilsames begegnet, dann ruft mich ehrend an und sichert euch Wohlstand.

Überglücklich verbeugten wir Götter uns vor Shiva, Parvati und Kartikeya und kehrten in unsere Reiche zurück, das Lob auf Shiva singend. Zufrieden blieb der Herr auf dem Kailash mit seiner Familie und seinem Gefolge. Nun, mein lieber Narada, das war die himmlische und heilige Geschichte von Kartikeya. Was möchtest du noch hören?


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