Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 56 - Über die heilige Ganga

Jener (mystische) Fuß von Narayana ist die sichere Zuflucht von Brahma und die Ursache dieser flüchtigen Welt. Die Göttin der Ganga, die in drei Strömen (in den drei Bereichen) fließt, hat dort ihren Ursprung. Sie durchläuft zuerst den Mond, als Quelle des Nektars und Speicher des Wassers, und selbst gereinigt, empfängt sie dann die Macht zur Reinigung anderer Wesen durch ihren Kontakt mit den Strahlen der Sonne. Danach fällt sie auf den Rücken des Berges Meru herab, fließt von dort in vier Kanäle und ergießt sich in reißenden Strömen, welche durch die Gipfel der Berge Meru und Kuta versperrt werden. Ihr Wasser breitet sich nach allen Seiten aus, ohne einen Halt zu finden und ergießt sich schließlich zu den Füßen der Berge Mandara, Gandhamadana, Vipula und Suparsha. Entsprechend wird ihr Wasser geteilt und fällt in vier Strömen vom Gipfel der vier verschiedenen Berge.

Der östliche Strom ist für seinen Lauf zum Garten Chitraratha wohlbekannt. Nachdem er diesen bewässert hat, fließt er zum See Varunoda, von dort zum Berg Shitanta und dann allmählich zu den anderen Bergen (in östlicher Richtung). Vom Berg Bhadrashwa steigt sie zur Erde herunter und fließt dann in den Ozean hinab. Ähnlich ist der Strom mit Namen Alakamanda, der vom Berg Gandhamadana im Süden zum Garten Nandana am Fuße des Meru geht und dort die Götter erfreut. Mit großer Kraft füllt er den See Manasa, und nach dem Gipfel des Königs der Berge läuft er in ähnlicher Weise zu allen anderen Bergen, die sich im Süden erheben. Nachdem er diese bewässert hat, trifft er auf den großen Berg Himagiri (Himavat). Dort wurde die Ganga von Shambhu (Shiva), dessen Banner der Stier ist, aufgehalten und konnte sich selbst nicht daraus befreien. Der Herr gab sie erst frei, nachdem er von König Bhagiratha durch Fasten und Lobgesänge verehrt wurde.

Durch Shiva freigegeben geht der mächtig strömende Fluss in sieben Armen in den südlichen Ozean ein. Dabei fließen drei Ströme östlich davon und ein Strom folgt dem Wagen des Bhagiratha in Richtung Süden. Ähnlich erreicht der große Fluss den gewaltigen Fuß im Westen des Berges Meru. Von dort fließt er unter dem Namen Swarakshu zum Garten Vaibhraja. Dort füllt der große Fluss den See Shitoda und über den Berg Swarakshu erreichte er den Berg Trikuta. Von dort fließt er allmählich auf die Gipfel der anderen Berge (in westliche Richtung) und erreicht Ketumala, um danach im salzigen Ozean namens Lavana einzugehen.

In gleicher Weise fällt die Ganga auf den Berg Suparsha am westlichen Fuß von Meru, und unter dem Namen Soma erreicht sie den Garten Savitu (Savitra). Nachdem sie diesen gereinigt hat, findet sie ihren Weg zum See Mahabhadra, und von dort geht der große Fluss zum Berg Shankhakuta. Dann besucht sie nacheinander die Berge Brishabha usw., flutet das nördliche Kuru Land und findet zurück in den großen Ozean.

Oh du Bulle unter Zweifachgeborenen, dies ist die Geschichte der Ganga, wie sie von mir für dich erzählt wird, von ihrem Eintritt in Jambudvipa und ihrem Lauf durch die Varshas. In allen neun Varshas gibt es in jedem sieben große Berge und viele Flüsse, die von diesen Bergen herabfließen. Dagegen leben nur in acht Varshas, angefangen mit dem Kimpurusha genannten, Wesen, die voller Glück sind, frei von Angst und ohne jegliche Gegensätze von mehr oder weniger. In diesen acht Varshas, oh du Bester unter den Zweifachgeborenen, quillt das Wasser aus dem Leib (Gebärmutter) der Erde. Nur in Bharata regnet das Wasser aus den Wolken.

In jenen acht Varshas erreichen die Wesen ihre Bedürfnisse auf sechs Arten (durch sechs Fähigkeiten), nämlich Barkshi, Swabhabiki, Deshya, Toyottha, Manasi und Karmaja. Barkshi bedeutet, dass die Bedürfnisse von den göttlichen Bäumen gewährt werden, welche alle Wünsche der Wesen erfüllen. Swabhabiki ist das, was sich aus dem Selbst erfüllt, die natürliche Siddhi (Fähigkeit). Deshya ist die Erfüllung durch die entsprechenden Tugenden des Landes. Und was durch die subtile Kraft des Wassers erreicht wird, ist die Toyottha Siddhi, und was aus der Meditation entsteht, wird die Manasi Siddhi genannt, während das, was sich aus Handlungen der Gottesanbetung ergibt, die Karmaja Siddhi ist. Darüber hinaus gibt es in diesen Varshas weder geistigen Schmerz noch Krankheit, noch die Auswirkungen der Yugas, und keinerlei Handlungen, welche Verdienst oder Sünde anwachsen lassen. Keines von diesen ist in diesen Varshas zu finden, oh du bester Brahmane.

Jambudvipa mit den großen Flüssen und der Berg Meru
Jambudvipa mit den großen Flüssen und der Meru
(Journal of the Bombay Branch of the Royal Asiatic Society, 1848)


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