Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 12 - Die Beschreibung der Höllen

Der Vater sprach: „Ruhm, sei dir, oh mein Kind. Mit dieser Belehrung hast du eine höchst nützliche Ansicht über die Natur dieser Welt dargelegt. Darin hast du Raurava und andere Höllen beschrieben. Doch bitte erkläre sie noch ausführlicher, oh du mit dem großen Wissen.“

Der Sohn sprach: Ich habe dir zuerst die Hölle Raurava beschrieben. Nun, oh Vater, höre von der Hölle, die als Maha Raurava bekannt ist. Sie erstreckt sich auf allen Seiten über mehr als zwölftausend Yojanas. Der Boden ist dort wie aus Kupfer, und darunter brennt ein loderndes Feuer. Geheizt durch dieses Feuer strahlt der ganze Boden wie der Glanz des aufsteigenden Mondes, schrecklich zu schauen und zu fühlen. Dort wird der Sünder, an Händen und Füßen gebunden, von den Gesandten Yamas fallengelassen und hineingerollt. Durch Krähen, Reiher, Eulen, Skorpione, Mücken und Geier zerfressen, wird er von ihnen auf diesen Weg dahin getrieben. Verwirrt und äußerst erregt schreit er ständig: „Oh Vater, oh Mutter, oh Bruder, oh Kind!“ und erhält dennoch keine Atempause. Und erst nach vielen tausend Jahren werden die üblen Sünder aus diesem Leiden wieder freigegeben.

Es gibt noch eine andere Hölle, Tama genannt, die in ihrer Natur bitter kalt ist. Sie ist ebenso riesig wie Maha Raurava und in völlige Finsternis eingehüllt. Von der Kälte gequält laufen die Wesen dort in schrecklicher Finsternis herum und klammern sich aneinander fest. Durch die Kälte klappernd nutzen sich ihre Zähne ab, und sie leiden unter Hunger, Durst und anderen Beschwerden. Ein schrecklicher Eiswind weht über die kalte Ebene und zerschneidet sie bis auf die Knochen. Vom Hunger schrecklich geplagt ernähren sie sich vom Fett und Blut, das dabei entströmt. Und wenn sie sich versammeln wollen, um sich daran zu laben, dann werden sie sogleich vom Sturm weggewirbelt. Auf diese Weise, oh Bester der Brahmanen, leiden die Wesen außerordentlich, so lange ihre Sünden nicht abgewaschen sind.

Es gibt noch eine andere große Hölle, Nikrintana genannt. Dort, oh Vater, rollen große Räder, wie Töpferscheiben. Darauf befestigt, kreisen die Wesen unaufhörlich um ihre eigene Achse und werden von der Sohle bis zum Scheitel mit schrecklichen Schnüren zerschnitten, welche die Gesandten von Yama in ihren Händen halten. Doch diese, oh Erster der Zweifachgeborenen, gehen daran nicht zugrunde, denn ihre Körper, die in hunderte Scheiben zertrennt wurden, werden immer wieder neu gebildet. So werden die Sünder tausende Jahre zerschnitten, bis ihre Sünde völlig abgewaschen ist.

Höre, ich werde jetzt die Hölle Apratishtha beschreiben. Darin gebunden, ertragen die Wesen unerträgliche Leiden. Dort gibt es große Räder, die an tiefen Brunnen befestigt sind. Dies sind die quälenden Instrumente für lasterhafte Wesen. Die einen Menschen sind dazu verdammt, sich unablässig mit den Rädern zu drehen und selbst nach tausend Jahren können sie daraus nicht entkommen. Die anderen sind am Brunnenseil gebunden und müssen immer wieder in die Tiefe tauchen, so wie der Brunnenkrug immer wieder zum Wasser geht. Aus ihren Mündern bricht das Blut und aus den Augen fließen Tränen. So ertragen diese Wesen unerträgliche Beschwerden.

Nun höre, wie ich eine weitere Hölle beschreibe, den Wald der Schwertklingen, wo ringsherum überall Feuer lodert. Sie bedeckt die Erde über tausende Yojanas weit. Die Wesen, die diese Hölle bewohnen, leiden unter den schrecklich sengenden Strahlen der Sonne. Doch in der Mitte gibt es einen schönen, mit kühlendem Laub bedeckten Wald. Aber die Blätter und Früchte davon, oh Bester der Zweifachgeborenen, bestehen aus Schwertklingen. Dort bellen Millionen wilde Hunde, mit riesigen Mäulern und mächtigen Zähnen, so schrecklich wie wilde Tiger anzuschauen. Wenn die durstgequälten Wesen diesen Wald sehen, der mit Tau und Schatten bedeckt ist, eilen sie schnell dahin. Ihre Füße vom Feuer verbrannt, das unter ihnen wütet, rufen sie in äußerster Qual: „Oh Vater, oh Mutter!“ Doch sobald sie dort ankommen, beginnt der Wind kräftig zu blasen und schüttelt an den Schwert-Blättern, so dass die Schwerter auf sie herabregnen. Dann stürzen sie zu Boden, doch die ganze Erde ist mit scharfen Schwertklingen ausgefüllt. Dort lodert die Hitze des Feuers und hier liegen überall scharfe Klingen. Und wenn sie dann qualvoll schreien, dann reißen die schrecklichen Hunde noch ihre Körper in Stücke.

Ich habe dir nun, oh Vater, den Wald der Schwertklingen beschrieben. Höre jetzt von mir über die noch viel schrecklichere Taptakumbha. Dort gibt es überall heiße Kessel, die von lodernden Flammen umgeben und mit kochendem Öl und Eisenspänen gefüllt sind. In diese Kessel werden von den Gesandten Yamas die Täter von unmenschlichen Handlungen mit dem Gesicht nach unten hineingeworfen. Dort werden sie in ihrem Körper gekocht, bis sie platzen und in ihrem eigenen, stinkenden Fett schwimmen. An ihren Köpfen, Augen und hervorstehenden Knochen werden sie von grausamen Geiern gewaltsam herausgezogen und immer wieder hineingeworfen. Dann, von zischenden Tönen begleitet, werden ihre Köpfe, Körper, Sehnen, Fleisch, Haut und Knochen immer flüssiger und vermischen sich langsam mit dem Öl. Dabei wird auf die Täter von Ungerechtigkeiten in dieser Masse von siedendem Öl von den Abgesandten Yamas unermüdlich mit ihren Schöpflöffeln eingehämmert. So habe ich dir, oh Vater, die Hölle Taptakumbha beschrieben.


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