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5.25. Balarama vergnügt sich im Land der Hirten

Parasara fuhr fort:
So wanderte die Verkörperung der mächtigen (Urschlange) Sesha, welche die Erde hochhält, in Verkleidung eines Sterblichen mit den Hirten durch die Wälder, um der Erde eine großen Dienst zu erweisen und Gutes zu tun. Da sprach Varuna, der Balaramas Vergnügen fördern wollte, zu seiner Gattin Varuni (der Göttin des Weines):
Du, oh Madira, bist dem starken Sesha stets willkommen. Deshalb geh, oh verheißungsvolle Göttin, und vermehre sein Vergnügen.

Varuni folgte diesem Wunsch, ging und wartete in der Höhlung eines großen Kadamba Baums in den Wäldern von Vrindavana. Und als Baladeva dort vorüberwanderte und den verführerischen Duft von Wein roch, erschien sofort seine alte Leidenschaft für das berauschende Getränk. Der Träger des Pflugs beobachtete die Tropfen des Weines, die vom Kadamba Baum destillierten, war sehr erfreut, sammelte und trank sie zusammen mit den Hirtenjungen und Hirtenmädchen, während ihn jene, die im Gesang und Flötenspiel erfahren waren, in ihren Liedern lobten. Und vom Wein berauscht, so daß ihm die Schweißperlen auf seinen Gliedern standen, rief er, nicht wissend, was er sprach: „Komm hierher, Fluß Yamuna! Ich will baden!“ Doch die Flußgöttin ignorierte die Worte des betrunkenen Menschen und erfüllte ihm diesen Wunsch nicht. Da erhob Balarama zornig seinen Pflug, rammte ihn in ihr Ufer und zog sie zu sich heran. Dann rief er:
Willst du nicht zu mir, oh Weib? Weigerst du dich? So geh doch, wenn du willst (und kannst)!

So sprach er und zwang den dunklen Fluß, seinen gewöhnlichen Lauf zu verlassen und ihm dahin zu folgen, wohin auch immer er im Wald wanderte. Da nahm die Yamuna eine menschliche Gestalt an, näherte sich Balarama mit verwirrten Blicken und flehte ihn an, ihr zu verzeihen und sie gehen zu lassen. Aber er antwortete:
Ich werde dich mit meinem Pflug in tausend Richtungen ziehen, weil du meine Kraft und Macht mißachtet hast.

Schließlich wurde er doch durch ihre wiederholten Bitten besänftigt und ließ sie gehen, nachdem sie das ganze Land bewässert hatte. Und nachdem er ausgiebig gebadet hatte, erschien Lakshmi, die Göttin der Schönheit, und gab ihm eine schöne Lotusblüte, die er hinter sein Ohr steckte, und einem Ohrring für das andere sowie eine frische Girlande aus Lotusblüten, die von Varuna gesandt worden war, und dunkelbaue Roben, so kostbar wie die Schätze des Ozeans. Und geschmückt mit der Lotusblüte an einem Ohr, dem Ring am anderen, der blauen Kleidung und der Girlande, erschien Balarama voller Lieblichkeit. In dieser Fülle vergnügte er sich zwei Monate im Dorf der Kuhhirten und kehrte dann nach Dwaraka zurück, wo ihm seine Ehefrau Revati, die Tochter von König Raivata, zwei Söhne namens Nishatha und Ulmuka geboren hatte.


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