Pushpak Vishnu PuranaZurück WeiterNews

1.15. Die Geburt von Daksha und seine Nachkommen

Parasara sprach:
Während die Prachetas zehntausend Jahre in ihrer Hingabe vertieft waren, hörten die Menschen auf zu arbeiten, wurden schwach, und bald war die ganze Erde großen Bäumen bedeckt. Die Bäume waren schließlich so dicht, daß man den Himmel nicht mehr sah und die Winde nicht mehr wehen konnten. Als die Weisen aus ihrer Vertiefung auftauchten und die Erde betrachteten, wurden sie zornig, so daß Sturm und lodernde Flammen aus ihren Mündern kamen. Der mächtige Sturm riß die Bäume mit ihren Wurzeln aus, und das wilde Feuer verdorrte und verbrannte sie, so daß die dichten Wälder schnell verschwanden. Als Soma, der Mond und Herrscher der Pflanzen, diese Zerstörung der Bäume sah, erschien er vor den Prachetas und sprach:
Haltet euren Zorn zurück, oh ihr Prinzen, und hört mir zu! Ich wünsche Frieden zwischen euch und den Bäumen. In Kenntnis der Zukunft habe ich mit meinen Strahlen diese Wälder ernährt, damit sie eine vorzügliche Jungfrau hervorbringen, die Tochter der Wälder. Sie wird Marisha genannt und möge eure Gattin sein, um den Stamm von Dhruva zu vermehren. Aus einem Teil meiner Herrlichkeit und einem Teil der euren soll der weise Stammvater Daksha von ihr geboren werden, der mit meiner Fruchtbarkeit und eurer feurigen Energie das Menschengeschlecht vermehren wird.

Und Soma fuhr fort:
Vor langer Zeit gab es einen Weisen namens Kandu, einer der besten Kenner der Veden. Er übte strengste Entsagung an den schönen Ufern der Gomati, woraufhin Indra, der König der Götter, die Apsara Pramlocha sandte, um seine Askese zu stören. Und die junge Dame mit dem süßen Lächeln erreichte ihr Ziel und lenkte den Weisen von seiner Hingabe ab. So lebten sie zusammen in einem Tal der Mandara Berge, und der Geist des Munis war bald ganz der sinnlichen Liebe hingegeben.

Nach hundertfünfzig Jahren bat die Apsara den hochbeseelten Rishi:
Oh Brahmane, ich möchte in den Himmel zurückzukehren. Bitte sei so freundlich und gib mir die Erlaubnis dafür.

Doch der Asket wollte sie nicht gehenlassen und antwortete:
Oh liebste Dame, bleibe noch einige Zeit bei mir.

Die anmutige Dame folgte seiner Bitte, blieb an seiner Seite und genoß zusammen mit dem hochbeseelten Asketen die irdischen Freuden. Nach weiteren hundert Jahren fragte sie erneut lächelnd nach ihrem Abschied in das Reich der Götter, doch der Rishi bat sie, noch einige Zeit zu bleiben. Dieses Spiel wiederholte sich noch viele Male, und aus Furcht, den Rishi zu verletzen und einen Fluch auf sich zu laden, blieb die schöne Apsara weiter bei ihm, denn sie wußte um das Leiden der Trennung von Liebenden. So verließ sie den Rishi nicht, dessen Geist ganz von der Liebe ergriffen war, und jeden Tag erhöhte sich noch diese Anhaftung.

Doch eines Abends verließ er plötzlich in großer Eile seine Hütte, und die Apsara fragte ihn:
Wohin gehst du so schnell?

Darauf antwortete er:
Oh schöne Dame, der Tag neigt sich dem Ende zu, und ich sollte die Abendgebete durchführen, damit ich meine Aufgaben im Leben nicht vernachlässige.

Da lächelte die Apsara vergnügt und sprach:
Oh Kenner der Tugend, warum sprichst du heute davon, daß ein Tag zu Ende geht? Besteht dein Tag aus vielen hundert Jahren? Das klingt wie ein Wunder. Bitte erkläre es mir!

Darauf sprach der Rishi:
Oh schöne Dame, du erschienst bei Tagesanbruch am Flußufer. Ich erblickte dich und ging mit dir in meine Einsiedelei. Nun ist der Tag vergangen und der Abend kommt. Was gibt es darüber zu lachen. Sage mir die Wahrheit!

Und Pramlocha antwortete:
Es ist wahr, oh ehrwürdiger Brahmane, daß ich in der Morgendämmerung bei dir erschienen bin. Aber seit meiner Ankunft sind mehrere hundert Jahre vergangen. Das ist die Wahrheit.

Als der Rishi diese Worte vernahm, war er sehr erstaunt und fragte, wie lange er ihre Gesellschaft genossen habe. Die Apsara erklärte ihm, daß sie insgesamt neunhundertsieben Jahre, sechs Monate und drei Tage zusammen gelebt hatten. Der Rishi wollte es zunächst nicht glauben, denn ihm selbst war die Zeit wie ein einzelner Tag verflogen. Doch Pramlocha versicherte ihm, daß sie es nie wagen würde, den Tugendhaften zu belügen, besonders, nachdem er sie ermahnt hatte, die Wahrheit zu sprechen.

Soma fuhrt fort:
Oh ihr Prinzen, als der Muni diese Worte vernommen hatte und deren Wahrhaftigkeit erkannte, begann er, sich selbst bitter zu tadeln:
Oh Schande über mich! Meine strenge Entsagung wurde unterbrochen und der Schatz der Brahmankenner gestohlen. Meine klare Sicht wurde geblendet. Diese Frau wurde gesandt, um mich zu verführen. Oh Fluch über die Leidenschaft, wodurch meine Selbstkontrolle zerstört wurde, als ich auf dem Weg zur Erkenntnis des Brahman war. Dieses unvergleichliche Ziel kann keiner erreichen, der in den sechs Wellen von Hunger, Durst, Sorgen, Verblendung, Vergänglichkeit und Tod versinkt. Durch diese üblen Leidenschaften, deren Wege in die Hölle führen, wurden alle meine asketischen Verdienste zerstört, die zur Weisheit der Veden führen sollten.

Nachdem sich der fromme Asket auf diese Weise getadelt hatte, sprach er zur Apsara:
Geh wohin es dir beliebt, oh verführerische Dame! Du hast volbracht, wozu dich der König der Götter gesandt hat. Meine Entsagung wurde durch deine Verzauberung zerstört. Ich werde dich nicht mit dem Feuer meines Zorns zu Asche verbrennen. Denn sieben gemeinsame Schritte genügen unter Tugendhaften für eine Freundschaft, und wir haben lange zusammen gewohnt. Und wahrlich, welche Sünde hast du begangen? Warum sollte ich dir zürnen? Die Sünde liegt allein bei mir, weil ich meine Leidenschaften nicht beherrschen konnte. Doch Schande auf dich, dem illusorischen Geschöpf der Verführung, weil du meine Hingabe gestört hast, um die Gunst von Indra zu gewinnen.

So sprach der Asket, und die Apsara stand zitternd vor ihm, daß ihr der Schweiß aus allen Poren strömte, bis er zornig zu ihr sprach: „Geh endlich!“ So getadelt verließ sie seine Wohnstätte, erhob sich in die Lüfte und wischte ihre Schweißtropfen an den Blättern der Bäume ab. Die Apsara schwebte von Baum zu Baum und trocknete ihre schweißbedeckten Glieder an den jungen Trieben in den Gipfeln der Bäume. Dabei trat auch das Kind, das sie vom Rishi empfangen hatte, durch die Poren ihrer Haut in Form von Schweißtropfen aus. Die Bäume empfingen all diese Lebenstropfen und der Wind vereinte das Geschöpf wieder. Ich selbst, fuhr Soma fort, ernährte es mit meinen fruchtbaren Strahlen, so daß es allmählich zur Reife heranwuchs, bis von den Gipfeln der Bäume ein schönes Mädchen geboren wurde, das den Namen Marisha bekam. Die Bäume werden sie euch als Ehefrau übergeben, oh Prachetas. Deshalb beruhigt euren Zorn. Sie ist die Nachkommenschaft von Kandu, das Kind der Apsara Pramlocha, der Säugling der Bäume und auch die Tochter des Windes und des Mondes. Oh ihr Prachetas, der Brahmane Kandu begab sich nach der Unterbrechung seiner strengen Entsagung zum Bereich von Vishnu, den man auch das Brahman nennt, wo er sich mit ganzem Geist der Verehrung von Hari widmete. Er übte mit emporgehobenen Armen Yoga und meditierte die Gebete aus den Veden bezüglich der höchsten Wahrheit.

Da baten die Prachetas:
Wir möchten gern die vorzüglichen Gebete hören, womit der heilige Kandu durch stille Rezitation Vishnu verehrt hat.

Daraufhin wiederholte Soma folgende Hymne:
Vishnu ist jenseits der Grenzen aller Geschöpfe. Er ist das Unendliche. Durch Ihn können wir das sichere Ufer des grenzenlosen Ozeans der Welt erreichen. Er ist höher als alles Hohe. Er ist die Wahrheit und das Ziel der Veden. Er ist das Gesetz der Natur. Er ist unergründlich für die Sinne und von grenzenloser Kraft. Er ist die Ursache aller Ursachen und die Wirkung aller Wirkungen. Er ist jedes Objekt und jedes Subjekt und stützt als Gesetz von Ursache und Wirkung das ganze Universum. Er ist das Brahman als Schöpfergott, das Brahman als Vielfalt und das Brahman als Einheit. Er ist der Unvergängliche, Unzerstörbare und Ewige. Er durchdringt das ganze Universum. Er ist ungeboren und kennt weder Zu- noch Abnahme. Er ist das zeitlose, ungeschaffene und unveränderliche Brahman. Möge die Unvollkommenheit meiner Natur durch seine Gunst vernichtet werden.

So lobte Kandu durch dieses Gebet voll göttlicher Wahrheit Vishnu und erreichte die letztendliche Befreiung.

Soma fuhr fort:
Nun werde ich euch auch erklären, wer einst Marisha war. Denn die Kenntnis ihrer lobenswerten Taten wird euch nützlich sein. Oh ihr Prinzen, sie war in ihrer vorherigen Geburt eine Prinzessin, die aber wegen des frühen Todes ihres Mannes kinderlos blieb. Deshalb verehrte sie voller Hingabe Vishnu, und als er mit ihrer Hingabe zufrieden war, erschien ihr Vishnu persönlich und sprach: „Bitte um den gewünschten Segen!“ Darauf antwortete sie:
Oh Herr der Erde, ich bin seit frühen Jahren Witwe. So war meine Geburt vergebens, und ich fühle mich unglücklich und nur wenig nützlich. Deshalb bete ich zu dir, daß ich im nächsten Leben mit einem guten Ehemann gesegnet werde und einen Sohn bekomme, der unter den Menschen ein Stammvater sein soll. Möge ich mit Fülle und Schönheit gesegnet sein und mich an all dem erfreuen, ohne auf gewöhnliche Weise geboren zu werden. Bitte erhöre meine Gebete, der du all deinen Verehrern geneigt bist.

Und Vishnu, der Gott der Götter und höchste Verleiher aller Segen, hob die Dame auf, die sich vor ihm niedergeworfen hatte, und sprach zu ihr:
In einem kommenden Leben sollst du zehn Ehemänner voll mächtiger Heldenkraft und ruhmvollen Taten haben. Durch sie wirst du einen großmütigen und tapferen Sohn gebären, der als bedeutender Stammvater berühmt wird. Er wird die verschiedenen Stämme der Wesen begründen, und seine zahllosen Nachkommen werden alle drei Welten besiedeln. Dazu wirst du, oh tugendhafte Dame, auf wunderbare Weise geboren. Du sollst mit Fülle und Schönheit gesegnet sein und die Herzen aller Wesen erfreuen.

So sprach der Gott und verschwand vor ihren Augen. Und wie verheißen, wurde die Prinzessin später als Marisha geboren, die euch zur Ehefrau bestimmt ist.

Parasara fuhr fort:
So sprach Soma zu den Prachetas, die daraufhin ihren Zorn gegen die Bäume aufgaben und Marisha zu ihrer rechtmäßigen Ehefrau nahmen. Und die zehn Prachetas zeugten mit ihr den bedeutenden Stammvater Daksha, der als geistiger Sohn von Brahma geboren wurde. Der berühmte Daksha schuf zur Förderung der Schöpfung und Zunahme der Menschheit vielfältige Nachkommenschaft. Er folgte dem Gebot von Brahma, dem Schöpfer aller belebten und unbelebten Geschöpfe, und schuf durch seinen Willen fünfzig Töchter, von denen er zehn dem Dharma, dreizehn dem Kasyapa und siebenundzwanzig dem Mond gab. Von ihnen stammen die Götter, Dämonen, Nagas, Kühe, Vögel, Gandharvas, Apsaras, üblen Geister und anderen Wesen ab. Und viele weitere wurden in der Folgezeit durch Befruchtung zwischen Mann und Frau geboren, während es vor der Zeit von Daksha auch viele andere Wege gab, wie durch Willensentschluß, Anblick, Berührung oder asketische Entsagung.

Stammbaum Daksha

Da fragte Maitreya:
Ich habe einst gehört, daß Daksha aus dem rechten Daumen von Brahma geboren wurde. Oh großer Muni, wie konnte er jetzt zum Sohn der Prachetas werden? Ich habe großen Zweifel, wie er als Sohn von Marisha und Enkel von Soma auch sein Schwiegervater sein konnte.

Und Parasara erklärte:
Oh Tugendhafter, alle Wesen wandern beständig durch Geburt und Tod. Nur der Weise, der die göttliche Sicht hat, wird davon nicht verwirrt. Daksha und die großen Rishis entstehen in jeder Epoche (Manwantara) und vergehen am Ende wieder. Der Weise hat darüber keine Zweifel. Unter diesen uralten Wesen gibt es keine Älteren oder Jüngeren. Sie erscheinen allein durch ihre Entsagung und geistige Kraft und können nur durch ihre Erscheinungsformen unterschieden werden.

Maitreya sprach:
Oh ehrwürdiger Brahmane, erkläre mir doch ausführlich die Geburt der Götter, Dämonen, Gandharvas, Nagas und aller anderen Wesen.

Parasara sprach:
So höre, oh Hochbeseelter, wie Daksha auf Gebot von Brahma die lebenden Wesen hervorgebracht hat. Als erstes schuf er in seinem Geist die Götter, Dämonen, Rishis, Gandharvas und Nagas. Als er jedoch erkannte, daß sich seine geistgeborene Nachkommenschaft nicht vermehrte, überlegte er sich ein Mittel und erfand die sexuelle Begattung. Zu diesem Zweck heiratete er Asikni, die Tochter des Stammvaters Virana, die durch ihre asketische Hingabe besonders fruchtbar war. Mit ihr zeugte Daksha fünftausend mächtige Söhne, durch die sich die ganze Welt bevölkern sollte. Doch als der heilige Rishi Narada ihren Wunsch zur Vermehrung erkannte, näherte er sich den Söhnen und sprach mit freundlichen Worten:
Oh Kinder, es scheint, daß es eure Absicht ist, Nachkommenschaft zu zeugen. Doch bedenkt zuerst folgendes: Ihr alle seid noch unwissend und kennt weder die Mitte noch die Tiefe und die Höhe der Welt. Warum wollte ihr euch vermehren? Euer Geist ist frei und kann sich überall hinbewegen. Warum versucht ihr nicht zuerst, das Ende der Welt zu erreichen?

Nachdem sie diese Worte von Narada gehört hatten, verstreuten sich die fünftausend Söhne von Daksha in die zahllosen Bereiche und sind bis zum heutigen Tag nicht zurückgekehrt, wie die vielen Flüsse sich im Ozean verlieren. Und als seine Söhne verschwunden waren, zeugte der Stammvater Daksha weitere tausend Söhne mit der Tochter von Virana. Sie waren ebenfalls bestrebt, sich zu vermehren, aber wurden durch Narada auf ähnliche Weise belehrt. So sprachen sie zueinander:
Was der Muni gesagt hat, ist zweifellos wahr. Wir sollten dem Weg folgen, den unsere Brüder gegangen sind, und wenn wir das Ausmaß der Welt kennen, dann werden wir unseren Stamm vermehren.

Entsprechend verstreuten sie sich im Universum, und wie sich die Flüsse im Ozean verlieren, kehrten auch sie nicht wieder zurück. So verschwanden die Brüder, die nach ihren Brüdern suchten, aufgrund ihrer Unwissenheit über die Welt. Als Daksha sah, daß alle seine Söhne verschwunden waren, wurde er zornig und verfluchte Narada. Danach, so wurde es uns überliefert, zeugte der weise Stammvater zur Bevölkerung der Welt sechzig Töchter mit der Tochter von Virana, von denen er zehn an Dharma, dreizehn an Kasyapa, siebenundzwanzig an Soma, vier an Arishtanemi, zwei an Bahuputra, zwei an Angiras und zwei an Krisasva gab. Höre auch ihre Namen. Arundhati, Vasu, Yami, Lamba, Bhanu, Marutwati, Sankalpa, Muhurta, Sadhya und Viswa waren die zehn Ehefrauen von Dharma und gebaren ihm folgende Nachkommenschaft. Die Söhne von Viswa waren die Viswadevas, von Sadhya die Sadhyas, von Marutwati die Maruts (Sturmgötter), von Vasu die acht Vasus, von Bhanu die Bhanus und von Muhurta die Götter der Zeiteinheiten. Lamba gebar den Sohn Ghosha, Yami (Nacht) die Tochter Nagavithi (Milchstraße), Sankalpa den allgegenwärtigen Sohn Sankalpa (unterscheidender Wille) und Arundhati viele andere Wesen der Erde.

Die acht Vasus, diese Götter voller Herrlichkeit und Macht, waren Apa (Wasser), Dhruva (Sterne), Soma (Mond), Dhara (Erde), Anila (Wind), Anala (Feuer), Pratyusha (Morgendämmerung) und Prabhasa (Licht). Die vier Söhne von Apa waren Vaitandya, Srama (Überdruß), Sranta (Erschöpfung) und Dhur (Last). Der Sohn von Dhruva war Kala (Zeit) und beherrschte die ganze Welt. Der Sohn von Soma war Varchas (Licht) der wiederum der Vater von Varchaswi (Strahlen) war. Dhara hatte mit seiner Gattin Manohara (Lieblichkeit) die Kinder Dravina, Hutahavyavaha, Sisira, Prana und Ramana. Die zwei Söhne von Anila (Wind) mit seiner Gattin Siva waren Manojava (gedankenschnell) und Avijnatagati (unergründliche Bewegung). Der Sohn von Agni (Feuer) war Kumara, der auf einem Bündel von Sara-Schilf geboren wurde. Seine Söhne waren Sakha, Visakha, Naigameya, und Prishthaja. Als Nachkomme der Krittikas (seine Ziehmütter) wurde er auch Kartikeya genannt. Der Sohn von Pratyusha (Morgendämmerung) war der Rishi Devala, der zwei wohlgelehrte und höchst spirituelle Söhne hatte. Die liebenswerte Schwester von Vrihaspati, Yogasiddha, welche die ganze Welt durchwanderte, ohne anzuhaften, wurde die Ehefrau von Prabhasa, dem achten der Vasus, und gebar ihm Visvakarma, den himmlischen Architekten, Erfinder von tausend Künsten, Schöpfer aller Ornamente und Ersten aller Künstler. Er konstruierte die vom Willen gelenken Wagen der Götter, und durch seine Fähigkeiten können die Menschen ihren Lebensunterhalt erwerben.

Stammbaum Dharma

Weiterhin wurden Ajaikapad, Ahirvradhna, der weise Twashtri und Rudra geboren. (Nach H.H.Wilson ist ihr Ursprung unklar, während M.N.Dutt sie als Söhne von Visvakarma nennt.) Und der selbstgeborene Sohn von Twashtri war der berühmte Vishvarupa. Von den Rudras gibt es elf wohlbekannte, welche die drei Welten beherrschen, nämlich Hara, Bahurupa, Tryambaka, Aparajita, Vrishakapi, Sambhu, Kapardi, Raivata, Mrigavyadha, Sarva und Kapali. Und darüber hinaus gibt es hunderte weitere Namen für die unermeßlich mächtigen Rudras.

Die Töchter von Daksha, die mit Kasyapa verheiratet wurden, waren Aditi, Diti, Danu, Arishta, Surasa, Surabhi, Vinata, Tamra, Krodhavasa, Ira, Khasa, Kadru und Muni, deren Nachkommenschaft ich dir nun beschreiben werde. In jedem Manwantara (Epoche eines Manus) gibt es zwölf berühmte Götter, die auch Tushitas genannt werden. Und am Ende der vergangenen Epoche des Manu Chakshusha sprachen sie zueinander: „Laßt uns in den Mutterleib von Aditi eintreten, so daß wir im folgenden Manwantara wieder geboren werden und den Status der Götter genießen können.“ Entsprechend wurden sie als Söhne von Kasyapa, dem Sohn von Marichi, und von Aditi, der Tochter von Daksha, als die zwölf Adityas geboren, nämlich Vishnu, Indra, Aryaman, Dhata, Twashtri, Pushan, Vivasvat, Savita, Mitra, Varuna, Ansa und Bhaga. So wurden die Tushitas, die bereits im Chakshusha Manwantara die Götter waren, zu den zwölf Adityas im gegenwärtigen Manwantara des Manu Vaivaswata.

Die siebenundzwanzig Töchter von Daksha, die zu den tugendhaften Ehefrauen des Mondes wurden, sind als die Göttinnen der Mondkonstellationen bekannt und hatten viele Kinder voller Glanz. Die vier Ehefrauen von Arishtanemi hatten sechzehn Kinder. Die Töchter von Bahuputra (mit seinen beiden Gattinnen) waren die vier Blitze. Die Kinder von Angiras (mit seinen beiden Gattinnen) waren die ausgezeichneten Pratyangiras Riks (fünfunddreißig Verse der Veden zur Verehrung der Götter), die von dem Heiligen ausgingen. Und die Nachkommen von Krisasva (mit seinen beiden Gattinnen) waren die verkörperten Waffen der Götter.

Diese Klassen der dreiunddreißig Götter werden zu Beginn des Schöpfungstages nach ihrem eigenen Willen geschaffen, und ihr Erscheinen und Verschwinden von Manwantara zu Manwantara bezeichnet man in der Welt als Geburt und Tod. So, oh Maitreya, erscheinen diese Götter in gleicher Weise wie die Sonne auf- und untergeht.

Es wurde uns auch erzählt, daß Diti zwei unbesiegbare Söhne mit Kasyapa hatte, die Dämonen Hiranyakashipu und Hiranyaksha, sowie eine Tochter namens Sinhika, welche später die Ehefrau von Viprachitti wurde. Der Dämonenkönig Hiranyakashipu war der Vater von vier mächtigen Söhnen, nämlich Anuhlada, Hlada, Prahlada und Samhlada. Sie alle waren höchst intelligent, mächtig und vermehrten den Stamm der Daityas. Oh Heiliger, unter ihnen betrachtete der berühmte Prahlada alle Erscheinungen mit Gelassenheit und widmete seinen ganzen Glauben dem Vishnu. Und der Haß des Dämonenkönigs konnte ihn selbst mitten im Feuer nicht verbrennen, weil in seinem Herzen Vasudeva gegenwärtig war. Als er gebunden in die Tiefen des Ozeans geworfen wurde, zerriß er die Fesseln und ließ Wasser und Erde erbeben. Sein mächtiger Körper war durch seine beständige geistige Vertiefung in Vishnu unverletzbar geworden. Ihn konnten weder die Waffen der Dämonen verwunden noch das feurige Gift der Schlangen. Auch den Hagel der mächtigen Felsen konnte er unverletzt ertragen, weil er sich beständig an den Höchsten Geist erinnerte und Vishnu als Rüstung trug. Selbst als er vom Dämonenkönig aus der Höhe hinabgestürzt wurde, empfing ihn die Erde unversehrt. Der heiße Wind konnte seinen Körper nicht austrocknen, und die wilden Elefanten brachen sich in ihrem Stolz die Stoßzähne an seiner Brust, weil Vishnu in ihm stets gegenwärtig war. Die Priester des Dämonenkönigs scheiterten in allen Riten, die sie für den Untergang von dem durchführten, der sich fest in Vishnu gründete. Auch die abertausend Illusionen des betrügerischen Dämons Samvara wurden durch den Diskus von Krishna vernichtet und verloren jede Macht über ihn. Sogar das tödliche Gift, das die Köche seines Vaters mischten, konnte ihm nichts anhaben. Denn er hatte den Stolz überwunden, durchschaute die Welt mit unverwirrtem Geist, war voller Güte und sah mit dem Auge der Einheit alle Wesen als sein Selbst. Er war rechtschaffen, eine unerschöpfliche Quelle von Tugend und Gerechtigkeit und ein wahrhaftes Vorbild für alle frommen Menschen.


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