Pushpak Shiva-Purana Buch 5Zurück WeiterNews

Kapitel 55 - Rückkehr zum Kailash

Brahma fuhr fort:
Nach dieser Rede wandte sich die Brahmanin an Mena und sprach zu ihr zum Abschied:
Bereite ihre Abreise vor.

Mena antwortete zwar:
So sei es.

Doch die Zuneigung zu ihrer Tochter ließ sie traurig werden. Dann rief sie Parvati zu sich und umarmte weinend ihr Kind. Auch Parvati vergoß viele Tränen wegen der bevorstehenden Trennung. Und die Damen der Götter und des Hause stimmten weinend ein, als sie Parvati traurig sahen. Alle versanken nun im Kummer, wie auch der große Herr aller Yogis, schon beim Abschied geweint hatte. Dann erschien Himavat mit seinen Söhnen, Brahmanen und Ministern, zog sein liebes Kind an seine Brust und sprach:
Wohin gehst du nur?

Mit wagen Blicken fühlte auch er den Trennungsschmerz, bis der Oberpriester alle tröstete. Mit weisen Worten besänftigte er alle, und Parvati verbeugte sich vor Eltern und Lehrer voller Hingabe. Wie es die weltlichen Gebräuche verlangen flossen weiterhin viele Tränen bei allen am Hofe, bis die Priester höflich auf die günstige Stunde verwiesen. Himavat und Mena riefen nach der Sänfte für Parvati, und sie stieg ein unter vielen Segen und Grüßen. Dann wurden noch sehr seltene und kostbare Geschenke eingepackt, und unter vielen Verbeugungen startete Parvati ihre Abreise. Der liebevolle Vater und seine Söhne begleiteten sie bis an den Ort, an dem Shiva und seine Begleiter auf die Braut warteten. Dort gab es Jubel und Ehrungen, und endlich ging es weiter bis zum Kailash.

Da sprach Shiva zu Parvati:
Obwohl du tief im Inneren alles weißt, erinnere ich dich an deine frühere Geburt. Wenn du es weißt, dann sag es. Denn in meinem himmlischen Wirken bist du immer meine geliebte Gefährtin.

Lächelnd gab Parvati zurück:
Oh lieber Herr, ich erinnere mich an alles, auch daran, warum du ein schweigender Asket wurdest. Verehrung sei dir. So handle nun bitte, wie es die Situation erfordert.

Ihre Worte waren für Shiva so angenehm, wie der stille Fluß von Nektar. Eifrig den weltlichen Traditionen zugetan sorgte er dafür, daß alle Gäste mit feinsten Speisen bewirtet wurden. Dann verbeugten sich Götter und Geister mit ihren Gemahlinnen vor Shiva, priesen ihn, umschritten ihn und kehrten in ihre Reiche zurück. Vor mir und Vishnu beugte auch Shiva sein Haupt, wie Vishnu sich vor Kasyapa verbeugen würde. Ich lobte den mondbekränzten Gott wie das Höchste Brahman, umarmte ihn und mit gefalteten Händen nahmen auch wir unseren Abschied.

So blieb Shiva mit seiner Parvati auf dem Kailash und verbrachte seine Zeit in süßem Entzücken. Und seine Geisterscharen verehrten das Paar euphorisch.

Nun, mein Lieber, habe ich dir die glückselige Geschichte von Shivas und Parvatis Heirat erzählt, denn sie vertreibt allen Kummer, bringt Freude und ein langes Leben und vermehrt den Wohlstand. Wer die Geschichte mit reinem Geist anhört oder sie weitererzählt, der gelangt in das Reich Shivas. Man sagt, alles an dieser Geschichte ist wunderbar und heilsam. Sie lindert Krankheiten und vertreibt alle Hindernisse. Sie gibt Herrlichkeit und den Himmel, Kinder und Enkelkinder, weltliche Freuden und Erlösung. Sie bannt einen frühzeitigen Tod, erfüllt Wünsche und gibt Frieden. Auch böse Träume verschwinden, und der Intellekt wird scharf. Man sollte sie zu allen Gelegenheiten an Shivas Festtagen lesen, denn sie erfreut Shiva und schenkt den Menschen Gutes. Vor allem, wenn Statuen oder Bilder der Götter eingeweiht und aufgestellt werden, sollte man sie lesen wie zu Beginn eines jeden glücksverheißenden Ritus. Und hören sollte man sie mit reinem Körper und Geist. Dann werden alle Handlungen gute Früchte tragen. Ja, das ist die Wahrheit.


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