Pushpak Shiva-Purana Buch 4Zurück WeiterNews

Kapitel 14 - Die Geburt von Sati

Brahma fuhr fort:
Nun, als nächstes beruhigte und tröstete ich sowohl dich als auch meinen lieben Sohn Daksha, und ihr versöhntet euch wieder. Nachdem Daksha beruhigt war, zeugte er mit seiner Gemahlin 60 schöne Töchter. Sofort vermählte er sie, und höre, oh Narada, wie er das tat. Er gab 10 Töchter dem Dharma, 13 dem Kasyapa und 27 dem Mond. Zwei Töchter gab er jeweils Bhrigu, Angiras und Krisasva. Und eine Tochter bekam Tarkshya. Und ich muß es dir nicht ausführlich aufzählen, denn du weißt ja, wie deren Kinder und Enkelkinder die Welt mit allen Arten von Nachkommenschaft füllten.

Was Sati anbelangt, sagen manche, daß die Große Göttin ihre Geburt als Älteste von Dakshas Töchtern nahm, manche sagen als Mittelste und andere als Jüngste. Nun, alle diese Meinungen sind in den verschiedenen Kalpas korrekt. Jedenfalls gedachten Daksha und seine Gattin der Großen Göttin mit großer Freude, beteten zu ihr und heiligten sie mit innigen Verbeugungen und ehrfürchtig gefalteten Händen. Zufrieden sprach die Große Göttin zu Daksha in seinem Geist: „Ich werde in deiner Gattin zur Freude der Welt inkarnieren.“ Dies ließ Daksha noch mehr strahlen, und zu einer besonders glücksverheißenden Stunde schlief er hingebungsvoll mit seiner Gattin. Und die Göttin begann, im Leib von Dakshas Gefährtin zu wohnen. Bald schon zeigte sie alle wunderbaren Zeichen einer Schwangerschaft, und Daksha führte die entsprechenden heiligen Riten mit großer Freude und reichen Geschenken an alle Gäste aus. Auch die Götter nebst Vishnu waren sehr erfreut, als die Mutter des Universums ihre Geburt auf Erden vorbereitete. Sie priesen sie und zollten ihr alle Ehren, dieser Wohltäterin des Universums. Auch Daksha und seine schwangere Frau wurden von den Göttern während der Feierlichkeiten hochgelobt. Nun, Narada, es vergingen neun Monate in aller Beachtung der weltlichen Angelegenheiten, und dann, zur verheißungsvollen Stunde, als der Mond, die Sterne und die Planeten günstig standen, wurde die zukünftige Gattin Shivas von ihrer Mutter geboren. Daksha war darüber sehr glücklich, und als er das strahlende Kind betrachtete, sah er in ihr die Göttin. Bei ihrer Geburt gab es einen sanften Schauer aus den Wolken, Blumen rieselten herab, und alle Himmelsrichtungen leuchteten klar. Die Götter versammelten sich im Himmel und spielten himmlische Musik. Die Opferfeuer loderten sanft und freundlich, und alle Zeichen waren glücksverheißend.

Mit gefalteten Händen pries Daksha die neugeborene Göttin:
Oh ewige Mutter des Universums, Verehrung sei dir. Große Göttin der Wahrhaften und Wahren, sei gnädig. Ich verbeuge mich vor dir, du Segensreiche, denn du bist sanft, still, die große Illusion, der mystische Schlaf und das Universum. Ich beuge mich vor dir, Große Göttin, denn du gebotest Brahma, die Welt zu schaffen, was er tat. Ich verbeuge mich vor dir, du Stütze der Welten, denn du gebotest Vishnu, das Universum zu erhalten, was er immerzu tut. Ich beuge mich vor dir, Große Mutter, denn du gebotest Rudra, das Universum zu vernichten, was er immerzu tut. Ich beuge mich vor dir, du mit den drei natürlichen Qualitäten von Güte, Leidenschaft und Dunkelheit, du allzeit Handelnde und Mutter der drei Götter. Oh Göttin, wer dich formlos und formhaft verehrt, hat sowohl weltliche Freuden als auch die Erlösung immer in Reichweite. Oh Göttin, wer dich mit deinen Namen Bhavani, Ambika, Jaganmaya (die Welt erhaltend) und Durga ehrfürchtig anruft, wird alles erreichen.

Nach dieser Hymne sprach die Große Göttin zu Daksha und nur zu ihm allein, so daß keiner es sonst vernehmen konnte:
Oh Daksha, du hast mich gebeten, deine Tochter zu werden. Dein Wunsch wurde nun erfüllt. Übe nun weiterhin Enthaltsamkeit.

Und mit ihrer illusorischen Macht nahm die Göttin die Gestalt eines Babys an und schrie nach der Mutter. Die Stimme der Kleinen bewegte alle Frauen, Dienerinnen und Anwesende aufs Entzückendste. Auch das hübsche Gesicht der Neugeborenen fanden alle anziehend. Die Freude der Eltern fand keine Grenzen, und die Feierlichkeiten zu ihrer Geburt waren mit fröhlicher Musik angefüllt. Daksha führte alle vedischen Riten durch und beschenkte die Gäste reichlich. Wir Götter ehrten das Fest mit unserer Anwesenheit, und die Große Göttin pries das neugeborene Kind mit glücklichen Worten. Überall ertönte freudiger Jubel, und die Eltern wurden höchst gelobt. Daksha nannte auf Bitten der Götter das Kind Uma, denn sie zeigte alle guten Qualitäten und wurde sehr bewundert. Ihre anderen Namen wurden ihr später verliehen, doch sie alle gewähren Glück und löschen Elend aus. Daksha verbeugte sich vor uns Göttern mit gefalteten Händen und pries uns sehr. Wir Götter erwiderten seine Ehren, gedachten immerzu Shiva und kehrten dann in unsere Heimstätten zurück.

Und Uma wurde zärtlich aufgezogen mit frischer Milch und viel Liebe, so daß sie schnell wuchs und gedieh, so prachtvoll wie der Mond zunimmt. Und wie alle guten Zeichen in den Mond eintreten, wenn er wächst, so traten alle guten Eigenschaften in das Kind ein. Schon als kleines Mädchen zeichnete sie immerzu Bilder von Shiva, wenn sie mit den anderen Mädchen spielte. Wenn sie süße Lieder sang, dann dachte sie dabei an Rudra. Ihre Hingabe vergrößerte sich Tag für Tag, und schon als Kind war sie eine große Verehrerin, wie ihre Eltern wohl bemerkten und sich sehr darüber freuten.


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