Pushpak Shiva-Purana Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 14 - Anweisungen für die Shiva Verehrung

Die Weisen baten:
Oh Schüler des Vyasa, du Glückseliger, bitte erkläre uns dank deiner Autorität die Früchte, welche Shiva für die verschiedenen Arten der Verehrung gewährt.

Suta gab zur Antwort:
Oh Saunaka und ihr anderen Weisen, bitte hört mir aufmerksam zu. Ich werde euch voller Zuneigung erklären, wie man die Blumen opfert, wie es einst auch Brahma dem Narada erzählte, als er dasselbe fragte.

Brahma sprach:
Wer sich Wohlstand wünscht, sollte Shiva ehrfurchtsvoll Lotusblüten, Bilva Blätter oder Sankha Blumen darbringen. Hundert Blumen waschen alle Sünden fort, und der demütig Opfernde wird reich. Wird die Verehrung rechtens ausgeführt, bekommt man sein Begehren erfüllt. Wer Shiva ohne besondere Wünsche verehrt, der wird zu Shiva selbst.

Nun, wer sich ein Königreich ersehnt, sollte Shiva mit hundert Millionen irdenen Lingas erfreuen, damit sein Wunsch sicher erfüllt wird. Zu den Lingas sollte er Blumen und ganze Reiskörner mit Sandelpaste vermischt darbringen. Auch die zeremoniellen Waschungen und liebliche Mantras gehören dazu. Bilva Blätter sind immer vorzüglich, oder auch Lotus oder Sankha Blumen, wie es die uralten Traditionen gebieten. Die Verehrung ist göttlich, und gewährt Freude und Wohlstand hier und im nächsten Leben. Niemals sollten für ein Königreich Düfte, Lampen, Essensopfer, das Gastgeschenk, das Schwenken der Lichter (Arartika), das Umschreiten des Heiligtums (Pradakshina), das Opfer der Seele (Namaskara), die Bitte um Vergebung (Ksamapana) und der rituelle Abschied fehlen (Visarjana). Und zum Schluß sollten viele Anhänger bewirtet werden.

Ein Mensch, der sich gewichtige Positionen wünscht, sollte halb so viel wie für ein Königreich opfern. Wer aus dem Gefängnis entlassen werden möchte, verehre 100.000 Lingas. Halb so viel sollte ein Kranker opfern, und wer sich eine Tochter wünscht, noch einmal halb soviel. Wer Gelehrtheit begehrt oder Feinde vertreiben möchte, noch einmal halb soviel, und wer sich Gewandtheit in der Rede wünscht, sollte Shiva mit geklärter Butter ehren. 100.000 Verehrungen sind für die Vernichtung von Feinden nötig und halb soviel für Zauberei. Um Vasallenfürsten zu bezwingen, werden 10 Millionen Verehrungen empfohlen, und wenn man dieselben unter Kontrolle halten möchte, dann 10.000. Tausend Verehrungen dienen dem Glanz von vielen Fahrzeugen, und die Erlösung ist für 50 Millionen tiefster Hingabe zu haben. Wer nach Erkenntnis strebt, 10 Millionen, und eine Vision von Shiva, 5 Millionen. Das Tryambaka Mantra sollte eine halbe Million mal aufgesagt werden, wenn man sich nicht nur eine Schau von Shiva wünscht, sondern auch die Erfüllung von Wünschen. Wenn man 100.000 mal das Mantra wiederholt und ein zweites Linga aufbaut, wird man in eine höhere Kaste befördert. Wer 300.000 schafft, bekommt alle weltlichen Wünsche erfüllt. Und mit dem vierten Hunderttausend bekommt man eine Schau von Shiva. Wer 50 mal Hunderttausend schafft, bekommt vom Herrn allen Segen verliehen. Und wenn das Mantra eine Million mal wiederholt wird, ist der Verdienst sagenhaft.

Wer sich Befreiung wünscht, ehre den Herrn mit Dharba Gras, für ein langes Leben nehme man Durva Gras und für einen Sohn die Blüten des Stechapfels (Dhattura). Dabei ist der Stechapfel mit einem roten Stamm besonders geeignet. Die Agastya Blume dient dem Verehrer mit großem Ruhm. Weltliche Genüsse und Erlösung wird einem Anhänger mittels Tulasi gesichert. Großen Heldenmut erlangt man durch die Verehrung mit Arka (Madar Strauch, Calotropis Gigantea) oder Kubjakalhara Blumen.

Madar Strauch, Kronenblume

Die Verehrung mit der Japa Blume (China Rose) oder der Rajika (Senf) bringt den Untergang von Feinden, und Karavira (Oleander) besiegt jede Krankheit. Durch die Verehrung mit Bandhuka (Scharlachmalve, Pentapetes Phoenicea) erlangt der Anhänger schöne Ornamente, mit Jati (Jasmin) prachtvolle Fahrzeuge, und mit der Atasi Blume (Hanf oder Flachs) das Wohlwollen von Vishnu. Mit Sami Blättern (eine Akazie) sichert man sich Erlösung und mit Mallika Blüten eine glücksbringende Ehefrau. Mit den glänzenden Yuthika Blumen wird man niemals sein Heim verlieren, und die Karnikara Blumen sichern ausreichend Kleidung (entweder der Indische Goldregen, Cassia fistula, oder der Tellerbaum, Pterospermum Acerifolium). Mit Nirgundi Blumen (Vitex, Indischer Mönchspfeffer) wird in dieser Welt der Geist rein, und hunderttausend Bilva Blätter in der Verehrung erfüllen alle Wünsche. Windet man schöne Blumen zu Kränzen für die Verehrung erhöht das Glück und Wohlstand. Nutzt man einheimische Blumen der Saison fördert das die Befreiung, und daran gibt es keinen Zweifel. Jede Blume außer Campaka (Magnolie) und Ketaka (Pinie) erfreut Shiva und kann zu seiner Verehrung genutzt werden.

Nun höre, oh weiser Narada, wieviel Getreide und Hülsenfrüchte welchen Segen bringen, wenn man sie bei der Shiva Verehrung nutzt.

Häuft man Berge von Reiskörnern auf, bringt das herrlichen Wohlstand. Sechseinhalb Prastha und zwei Pala (reichlich 4kg) Reis ergeben 100.000 Körner und dienen ungeschält und ganz der Verehrung von Shiva. Erst sollte man Rudra mit feinen Tüchern ehren, welche man über dem Linga ausbreitet. Und der Reis wird dann über die Tücher geschüttet. Am Ende des Ritus opfere man eine Kokosnuß mit Düften und Blumen, damit der Opfernde allen Verdienst aus dem Ritus erlangt. Schwarze Bohnen und Silbermünzen gebe man den Priestern zum Lohn in dem Maße, wie es zwei Prajapatya Zeremonien entspricht. Wenn man sich das nicht leisten kann, dann gibt man eben soviel, wie man kann. Dann sollten 12 Brahmanen gespeist werden, und das Ganze zählt soviel wie 100.000 Zeremonien mit allen Details und Mantras. Das Mantra sollte man 108 mal wiederholen, denn das ist die Regel.

100.000 Sesamsamen vernichten jegliche Sünde, wobei elf Palas diese Anzahl ergeben (ca. 440g). Die Art der Verehrung ist dieselbe wie eben genannt. Wer sich Verdienst wünscht, sollte diesen Ritus ausführen, indem er die Brahmanen bewirtet. Doch nur, wer es sich leisten kann, sollte es auch tun, damit sich alle seine Sünden auflösen.

Die Verehrung von Shiva mit 100.000 Gerstenkörnern ist höchst wirksam. Das sind acht und ein halbes Prasthas und zwei Palas (ca. 5,5kg). Und die Weisen sagen, die Verehrung mit Gerste erhöht die himmlischen Freuden. Wer sich als Brahmane Verdienste wünscht, sollte den Prajapatya Ritus ausführen. Weizenkörner sind ebenfalls sehr lobenswert. Ein halbes Drona (ca. 5kg) ergeben die nötigen 100.000 Körner und segnen den Anhänger mit vielen Kindern. Der Rest der Zeremonie läuft wie bereits erwähnt.

(für Fans:
1 Drona = 10,24 l = 10,24 kg = 4 Adhaka = 16 Prastha = 64 Kudava
1 Tula = 4,0 l = 4,0 kg = 100 Pala
1 Adhaka = 2,56 l = 2,56 kg = 4 Prastha = 16 Kudava
1 Prastha = 640 ml = 640 g = 4 Kudava = 16 Pala
1 Manika = 320 ml = 320 g = 2 Kudava = 8 Pala
1 Kudava (auch Kudapa) = 160 ml = 160 g = 4 Pala = 16 Karsha = 16 Aksha
1 Pala = 40 ml = 40 g = 4 Karsha = 4 Aksha
1 Karsha = 1 Aksha = 10 ml = 10 g)

Shiva gewährt Glückseligkeit, wenn er mit grünen Erbsen geehrt wird. Sieben Prasthas und zwei Palas ergeben die 100.000 Erbsen, wobei elf Brahmanen bewirtet werden sollen. Wird der große Atman, die herrschende Gottheit über das Dharma, mit Priyangu Pfefferkörnern geehrt, wird der Anhänger mit Glück gesegnet. Seine Tugend wird erblühen, ebenso Gesundheit und Liebe. 100.000 Körner bekommt man aus einem Prastha, und zwölf Brahmanen gebührt die Bewirtung. Die Verehrung mit Rajika Senfkörnern bringt den Untergang von Feinden. 20 Palas der Sarsapa Senfkörner ergeben 100.000 Körner und dient demselben Zweck. Das Shiva Linga sollte man dabei für den Ritus mit Adhaki Erbsen Blättern schmücken. Und man sollte eine Kuh und einen Bullen mit allem nötigen Zubehör verschenken.

Ich habe zu dir über die Maße und Anzahl der Körner gesprochen. Nun höre, wie man die Anzahl von 100.000 Blumen kalkuliert. Nach Vyasa, der die exakten Maße und Berechnungen weiß, bilden ein Prastha Sankha Blumen die Zahl 100.000. Auch elf Prasthas Jati und Yuthika Blumen, fünf und ein halbes Prastha Rajika Blumen, 20 Prasthas Mallika Blumen und ein wenig weniger Sesamblüten ergeben diese Zahl. Von den Karavira, Sirisa und den Nirgundi Blumen benötigt man dreimal soviel. Und von den Bandhujiva Blumen benötigt man zehn Prastha. Wer dies alles weiß, sollte für die Verehrung von Shiva verschiedene Blumen nehmen zum Zwecke der Erfüllung von Wünschen, oder, wenn er keine hat, für die Erlösung.

Nun spreche ich über den fantastischen Nutzen, welchen die Dharapuja bereithält. Wer nur darüber hört, wird schon großes Wohlsein erfahren. Nach der üblichen Verehrung von Shiva mit großer Hingabe und nach den beschriebenen Regeln schütte man Wasser in einem kontinuierlichen Strom aus. Dabei spreche man das Satarudriya Mantra, das Rudraikadasha Mantra, das Rudrajapya Mantra, das Purusha Sukta, das Sadanga Mantra, das Tryambaka, das Gayatri und all die Namen mit Namah endend und mit dem Pranava oder Agama Mantra beginnend. Der Dhara Ritus ist ganz vortrefflich gegen das Delirium bei Fieber. Die Dhara Verehrung ist exzellent geeignet, um Vergnügen zu erzeugen, vor allem wenn man noch dies und jenes Glücksverheißendes dem Wasser zufügt. Nimmt man geklärte Butter und spricht dabei tausend Mantras, dann wird die Familie unweigerlich erblühen.

Die Shiva Verehrung sollte man mit diesen Mantras ausführen, welche ich erwähnt habe. Die Weisen haben es immer so gehalten, daß Brahmanen bewirtet und der Prajapatya Ritus ausgeführt wird. Gewöhnlich wird auch Milch ohne Zucker für den Dhara Ritus genommen. Ersehnt man sich allerdings Klugheit und Gelehrtheit, dann gebe man Zucker zur Milch und spreche 10.000 Mantras. Dann wird der Intellekt des Anhängers so scharf wie der von Vrihaspati. Hat man eine Wunde ohne ersichtlichen Grund, gibt es ungewöhnliche Vorkommnisse oder oft Streit im Haus, dann verschwindet alles Elend, wenn der Dhara Ritus ausgeführt wird. Übergießt man das Linga beim Dhara mit Senföl, besiegt man seine Feinde und erhält Erfolg in allen Unternehmungen. Duftet das Öl, erhöht man weltliche Freuden. Nutzt man Honig, wird man zu Kuvera, dem Gott des Reichtums. Dhara mit Zuckerrohrsaft bringt jegliche Freuden hervor. Das Wasser der Ganga gibt weltliche Freuden und Erlösung. In all diesen Dharas sollte das Tryambaka Mantra tausendmal aufgesagt und elf Brahmanen gespeist werden.

Nun, herrlicher Weiser, was du mich gefragt hast, habe ich dir vollständig erzählt. Es wird fruchtbar sein in der Welt und dazu beitragen, Wünsche zu erfüllen. Ich werde dir noch etwas zu dem Nutzen sagen, wenn man die Shiva Verehrung mit der von Skanda und Uma verbindet. Wer dies tut, wird in der Welt viele Freuden, Kinder und Enkelkinder haben. Dann geht er in das Reich Shivas ein, welches jegliche Glückseligkeit bereithält. Er wird sich mit dem Gefolge Shivas vergnügen und in himmlischen Wagen herumreisen, welche überall hin können, wie es beliebt, und wie Millionen Sonnen strahlen. Rudras Dienerinnen werden ihm mit Gesang und Tanz aufwarten, bis die Zeit der Auflösung kommt. Dann wird er vollkommenes Wissen erlangen und letztendliche Erlösung.


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