Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 131 - Die Lösung des Konfliktes

Markandeya sprach: Er erblickte dort seinen Sohn mit dem mächtigen Bogen. Seine wilde Waffe, die in alle Richtungen Feuer versprühte, entfaltete einen Großbrand, als wolle er die ganze Welt niederbrennen. Damit zielte er, unbezähmbar und schrecklich, auf das Herz der Unterwelt. Er sah in das wutentbrannte Gesicht des Königs und sprach: „Oh Marutta, du solltest nicht wütend sein. Zieh deine Waffe zurück. Obwohl du so klug bist, willst du in unbesonnener Weise die Ordnung der Wesen zerstören.“

Während er den Worten seines Vaters lauschte, schaute er ihn unverwandt an. Mit dem Bogen in der Hand grüßte er ihn und sprach ehrfürchtig: „Oh Vater, die Schlangen haben mich außerordentlich verletzt. Während meiner Regierung sind sie, meine Macht ignorierend, in die Einsiedelei eingefallen und haben die Söhne der Asketen gebissen. Oh König, unter meiner Herrschaft haben diese Übelgesinnten die geklärte Butter in der Klause der Asketen verdorben und das Wasser in den Zisternen verunreinigt. Für sie, oh Vater, solltest du kein gutes Wort einlegen. Du solltest mich nicht von der Zerstörung dieser Schlangen, die zu Brahmanenmördern geworden sind, zurückhalten.“

Avikshita antwortete: „Wenn sie die Zweifachgeborenen getötet haben, werden sie von selbst nach dem Tod zur Hölle gehen. Folge jetzt meinem Wort und halte deine Waffe zurück!“

Doch Marutta sprach: „Auch ich werde zur Hölle gehen, wenn ich nicht versuche, die Übelgesinnten zu bestrafen. Behindere mich deshalb nicht, oh Vater.“

Avikshita antwortete: „Alle diese Schlangen haben bei mir Zuflucht gesucht. Aus Achtung vor mir solltest du deine Waffe zügeln. Was ist der Nutzen von diesem Wüten, oh König?“

Marutta sprach: „Ich werde diesen Übelgesinnten, die eine große Ungerechtigkeit begangen haben, niemals verzeihen. Wie könnte ich deinen Worten folgen, ohne meine Pflicht zu vernachlässigen? Ein König, der jene bestraft, die Strafe verdienen, und jene beschützt, die gut sind, gelangt in die seligen Bereiche. Aber wer diese Aufgabe vernachlässigt, der geht zur Hölle.“

Und obwohl er von seinem Vater wiederholt bedrängt wurde, zog der Sohn seine Waffe nicht zurück. Darauf sprach Avikshita: „Trotz meiner Bitte wendest du dich von der Tötung dieser Nagas nicht ab, die in ihrer Furcht bei mir Zuflucht gesucht haben. Ich muss deshalb Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen. Du bist nicht allein ein Meister in der Waffenkunst. Auch ich habe den Gebrauch der Waffen erlernt. Oh du Ungehorsamer, erfahre meine Kraft.“

Markandeya fuhr fort: Oh Erster der Munis, Avikshita ergriff daraufhin mit zornig rotgefärbten Augen die Waffe Kala (die alles zerstörende Zeit). Er spannte seinen Bogen mit dieser höchst mächtigen und alldurchdringenden Waffe, die alle Feind niederbrennen kann. Von der Samvarta Waffe angegriffen, wurde die Unterwelt bereits bedroht, und als die Kala Waffe aufgenommen wurde, war auch die Oberwelt der Zerstörung nahe. Als Marutta diese tödliche Waffe erblickte, die sein Vater ergriff, da rief er laut: „Ich habe meine Waffe erhoben, um die Übelgesinnten zu bestrafen, aber nicht, um dich zu töten. Warum wendest du deshalb diese alleszerstörende Waffe gegen mich, deinen Sohn, der seine Aufgaben aufmerksam erfüllt und dir immer gehorsam war? Oh Großer, es ist des Königs Pflicht, seine Untertanen zu beschützen. Aber zu wessen Zerstörung hast du diese Waffe erhoben?“

Avikshita sprach: „Mein Ziel ist es, jenen zu helfen, die meinen Schutz gesucht haben. Du bist ihr Zerstörer und arbeitest gegen mich. Entweder du besiegst mich mit der Macht deiner Waffen und tötest die übelgesinnten Schlangen, oder ich besiege dich mit meiner Kraft zum Schutz der großen Nagas. Oh Schande auf das Leben des Menschen, der dem Schutzsuchenden nicht hilft, selbst wenn es einer der Feinde ist. Ich bin ein Kshatriya und die Verzweifelten haben meinen Schutz gesucht. Du bist ihr Feind. Warum sollte ich dich nicht bekämpfen?“

Marutta sprach: „Wer dem König beim Regieren seiner Untertanen Hindernisse in den Weg stellt, sei er ein Freund, ein Verwandter, ein Vater oder der Lehrer, der sollte durch den König bekämpft werden. Deshalb werde ich dich, oh Vater, besiegen. Sei nicht böse, ich beachte nur meine Aufgabe und bin auch dir nicht böse.“

Als all die Munis, Bhargavas und andere Heilige sahen, wie sich beide auf ihre gegenseitige Zerstörung vorbereiteten, kamen sie schnell zu jenem Ort und sprachen zu ihnen: „Der Sohn sollte seine Waffe nicht gegen den Vater richten, und der Vater sollte den Sohn nicht töten, der für seine Taten wohlbekannt ist.“

Marutta sprach: „Die Ungerechten müssen durch mich bekämpft werden, um die Erde zu schützen. Und das sind die übelgesinnten Schlangen. Wo liegt hier mein Fehler, oh ihr Zweifachgeborenen?“

Und Avikshita sprach: „Meine Aufgabe ist es, jene zu beschützen, die Zuflucht bei mir gesucht haben. Oh ihr Zweifachgeborenen, mein Sohn hat ein Verbrechen begangen, weil er jene töten will, die unter meinem Schutz stehen.“

Da sprachen Rishis: „Diese Nagas, die den Terror vor Augen haben, geloben: 'Wir werden die Zweifachgeborenen wiederbeleben, die von den übelgesinnten Schlangen gebissen wurden.' So gibt es keinen Grund mehr, gegeneinander zu kämpfen. Oh ihr Ersten der Könige, seid versöhnt. Ihr beide seid fest in euren Gelübden und mit euren Aufgaben in dieser Welt wohlvertraut.“

Daraufhin näherte sich Veera ihrem Enkel und sprach: „Oh Kind, auf meine Worte hin, hast du dich zur Zerstörung dieser Nagas entschlossen. Doch nun ist mein Ziel hinsichtlich der Brahmanen vollbracht worden. Die tot waren, haben ihr Leben wiedergewonnen. Du solltest sie deshalb retten, die deinen Schutz gesucht haben.“

Und Bhamini sprach: „Ich wurde damals von ihnen, die in der Unterwelt leben, begrüßt und verehrt. Deshalb versuchte mein Ehemann dieses Werk zu vollbringen. Oh Verehrungswürdige, es ist gut und richtig, dass der Kampf zwischen meinem Mann und unserem Sohn, deinem Sohn und deinem Enkel, ein Ende finden möge.“

Daraufhin zogen die Schlangen durch himmlische Medizin ihr Gift zurück und belebten jene Zweifachgeborenen wieder. Dann verehrte König Marutta die Füße seines Vaters, und jener umarmte ihn und sprach: „Besiege alle deine Feinde und regiere lange diese Erde. Erfreue dich an deinen Söhnen und Enkeln. Mögest du frei von Feinden sein.“ Daraufhin bestiegen die beiden Könige zusammen mit Bhamini auf Geheiß von Veera und den Zweifachgeborenen ihre Wagen und fuhren nach Hause zurück.

Nach einiger Zeit erreichte auch Veera, die Erste der frommen Frauen, durch geduldige und strenge Entsagung, edel und rein, wie sie war, den gleichen Bereich wie ihr Ehemann. Und König Marutta regierte die Erde rechtschaffen, besiegte die sechs Arten seiner Feinde und genoss noch manche Freude. Die berühmte Prabhavati, die Tochter des Königs Bidarbha, und Souviri, die Tochter von Suvira, wurden seine Ehefrauen. Auch Sukeshi, die Tochter von Ketuvirjja, dem König von Magadha, sowie Kaikeyi, die Tochter von Sindhuvirjja, dem König von Madra, Sourindhri aus dem Lande Kekaya, Vapushmati, die Tochter von König Sindhu, und die schöne Tochter des Königs der Chedis nahm er als Gemahlinnen an. Oh Zweifachgeborener, der König zeugte mit ihnen achtzehn Söhne. Der erste und älteste von ihnen war Narishwanta. Er hatte ähnliche Heldenkraft wie der mächtige König Marutta, so dass auch seine Räder ungemindert über die sieben Inselkontinente rollten. Aber König Marutta, dieser königliche Heilige, wurde von keinem König der Vergangenheit an Energie und Heldenmut übertroffen, noch wird dies in Zukunft geschehen. Wer diese Geschichte vom hochbeseelten Marutta aufmerksam hört, oh Bester der Zweifachgeborenen, erreicht eine vorzügliche Wiedergeburt und wird von allen Sünden gereinigt.


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