Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 128 - Über den Sohn Marutta

Markandeya sprach: Daraufhin nahm der Prinz seinen lieben Sohn und begab sich, gefolgt von den Zweifachgeborenen und Gandharvas, zu Fuß in seine Stadt. Und als er das Haus seines Vaters erreichte, berührte er dessen Füße mit Verehrung. Das Gleiche tat die schüchterne schlanke Prinzessin. Dann nahm der Prinz den Jungen und sprach zu König Karandhama, der auf dem Thron der Gerechtigkeit inmitten aller Könige saß: „Schaue nun das Angesicht deines Enkels, wie er auf deinem Schoß sitzt, so wie ich es dir im Kimichaka Gelübde meiner Mutter versprochen hatte.“ Sprachs, setzte den Jungen auf den Schoß seines Vaters und berichtete ihm die ganze Geschichte.

Als der König seinen Enkel erblickte, standen ihm die Freudentränen in den Augen. Wieder und wieder freute er sich und rief: „Ach, ich bin so glücklich!“ Daraufhin legte er alle wichtigen Geschäfte zur Seite und ehrte alle erschienenen Gandharvas mit dem Gastgeschenk des Arghya. Und in den Häusern der Bürger fand ein großes Fest statt und jeder wusste: „Uns allen ist ein Sohn geboren.“ Die ganze Stadt war fröhlich und angefüllt mit Gesang, Musik und Tanz von bezaubernden Mädchen und Frauen. Der glückliche König gab an den ehrwürdigen Brahmanen viele Geschenke von Juwelen, Reichtümern, heiligen Kühen, Kleidung und Ornamenten.

Der Junge wuchs wie der Mond in der hellen Hälfte des Monats heran. Er war die Freude seiner Eltern und wurde von allen Leuten geliebt. Oh Muni, zuerst empfing er von den Lehrern das Wissen der Veden, dann die zahllosen Schriften und danach die Wissenschaft des Bogenschießens. Er war immer voller Energie im Gebrauch von Schwert und Bogen. Dieser Held fühlte niemals Müdigkeit, auch nicht im Gebrauch von anderen Waffen. Zu seinen Lehrern war er stets bescheiden und ehrfürchtig, und daraufhin, oh Zweifachgeborener, erhielt er sogar das Wissen der Waffen von Bhargaba, aus dem Geschlecht des Bhrigu.

Die Veden gemeistert, die Waffenkunst erlernt, und das Geheimnis des Bogenschießens erfahren, fand er in allen Zweigen des Lernens höchste Vollendung. Und König Vishala, der alles über seine Schwiegertochter und die Kenntnisse ihres Sohnes hörte, füllte seinen Geist mit höchster Freude. Seinen Enkel vor Augen und damit alle seine Ziele erreicht, führte der König viele Opfer durch und gab unzählige Geschenke. Freigebig und fromm herrschte der König, der mit Kraft und Klugheit begabt war und all seine Feinde besiegen konnte, über die ganze Erde mit der Hilfe seiner Kaste. Und als es ihn schließlich zur Rückkehr in die Wälder zog, da sprach er zu seinem Sohn Avikshita: „Oh mein Sohn, ich bin alt geworden. Ich werde deshalb in die Wälder gehen. Übernimm von mir dieses Königreich. Ich habe keinen anderen Wunsch mehr, beschütze du diesen Thron. Nimm von mir dieses gut gegründete Reich, das ich dir anbiete.“

So angesprochen von seinem Vater, der seinen Geist auf den Pfad in die Wälder gerichtet hatte, um dort Buße zu üben, antwortete Prinz Avikshita voller Demut: „Oh Vater, ich sollte nicht über diese Erde herrschen. Mein Geist findet keine Freude an diesem Königreich. Ernenne deshalb einen anderen Mann. Als ich gefesselt lag, wurde ich von meinem Vater, und nicht durch meine eigene Kraft befreit. Wo wäre da noch Kampfgeist in mir? Diese Erde will durch Kampfgeist regiert werden. Wie könnte ich, der sich selbst nicht beschützen kann, diese Erde bewahren? Übertrage deshalb dieses Königreich auf einen Würdigeren. Wie könnte der Mann, der von anderen überwältigt und durch deinen Bogen befreit wurde, die Aufgaben seiner Kshatriya Kaste noch erfüllen? Wie kann ich, der eine weibliche Natur hat, ein König sein?“

Der Vater sprach: „Es gibt keinen Unterschied zwischen Vater und Sohn. Wie der Vater ist, so ist der Sohn. Oh Held, kein anderer kann dich befreien, außer dein Vater.“

Der Sohn antwortete: „Oh König, ich kann meinen Geist nicht wenden. Seitdem ich von dir befreit wurde, empfinde ich eine große Schande in mir. Wer die Reichtümer genießt, die sein Vater erworben hat, wer aus Schwierigkeiten von seinem Vater gerettet wird, und wessen Name nur durch seinen Vater bekannt wird, der gehört nicht unter die würdigen Männer. Ich möchte dem Vorbild jener Menschen folgen, die Reichtum und Ruhm nicht auf Kosten anderer erwerben und sich selbst vor Schwierigkeiten beschützen können.“

Markandeya fuhr fort: Oh Muni, so sprach er, trotz wiederholter Nachfrage seines Vaters. Daraufhin setzte der König dessen Sohn Marutta auf den Thron. Und nachdem er dieses Königreich mit der Zustimmung seines Vaters von seinem Großvater erhalten hatte, regierte er zur Freude des ganzen Volkes. König Karandhama zog sich mit seiner Frau Vira in die Wälder zurück. Dort übte er für tausend Jahre mit kontrolliertem Geist, Körper und Rede strenge Entsagung, gab diesen Körper auf und erlangte den Bereich von Indra. Seine Frau Vira setzte ihre Buße, mit verfilzten Locken und allem Komfort entsagend, für weitere hundert himmlische Jahre fort. Mit dem Wunsch, den gleichen Bereich wie ihr hochbeseelter Herr im Himmel zu erlangen, lebte sie von Früchten und Wurzeln, wohnte in der Klause von Bhargaba unter den Frauen der Brahmanen und verpflichtete sich zum Dienst an ihnen.


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