Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 82 - Der Kampf der Devi gegen die Dämonen

Der Rishi sprach: Einst wurde zwischen den Göttern und Dämonen über eine Zeit von hundert Jahren ein gewaltiger Krieg geführt. Damals kämpfte Mahisha als Herr der Dämonen gegen Indra, den Herrn der Götter. Und die Dämonen schlugen mit großem Heldenmut die Armee der Götter in die Flucht. Mahisha besiegte alle himmlischen Wesen und wurde zum neuen Herrn des Himmels. Daraufhin begaben sich die überwundenen Götter zusammen mit Brahma, der im Lotus wohnt, zu Vishnu, welcher Garuda im Banner trägt. Die dreiunddreißig Götter breiteten ihre Qualen vor ihm aus und berichteten über die Taten von Mahisha, dass er sich selbst die Rechte von Surya, Indra, Anila, Indu, Yama, Varuna und anderer widerrechtlich angeeignet hätte. Sie beklagten, dass die Götter durch den unheilbringenden Mahisha bedrängt wurden. Die ganze Schar der Himmlischen habe den Himmel verlassen und wanderte nun auf der Erde wie Sterbliche. „Dies ist das Werk der Feinde der Unsterblichen. Deshalb verbeugen wir uns tief vor deiner Zuflucht, und suchen durch unser Gebet ihren Untergang.“

Vishnu hörte die Worte der Götter, und Shiva wurde ärgerlich und zog zornig seine Augenbrauen zusammen. So wurde auch das Gesicht von Vishnu vom Zorn gezeichnet, und ein alles überwältigendes Licht begann aus Brahma und Shiva hervorzubrechen. Ein gewaltiges Leuchten kam auch vom Körper Indras und der anderen Götter und verschmolz zu einem einzigen Licht. Wie ein brennender Berg erschien dieser strahlende Glanz. Und als die Himmlischen diese Flamme sahen, kehrten sie alle aus ihren entlegenen Bereichen zurück. Dieses unvergleichliche Licht, das von den Körpern aller Götter strahlte, verschmolz zu einem Phänomen, das sich zu einem weiblichen Wesen gestaltete und sich über alle drei Welten ausbreitete. Die Energie von Shiva schuf ihr Gesicht. Die Helligkeit von Yama wurde zu ihrem Haar. Ihre Arme wurden durch das Licht von Vishnu gebildet. Ihre zwei Brüste wurden durch den Mond geformt, der Raum zwischen ihnen durch Indra, ihre Schenkel und ihre Waden durch Varuna, ihre Lenden durch das Licht der Erde, ihre Füße durch die Energie von Brahma, ihre Zehen durch die Strahlen der Sonne, ihre Finger durch die Vasus und ihre Nase durch Kuvera, dem Gott des Reichtums. Ihre Zähne wurden durch den Glanz von Prajapati geschaffen, ihre drei Augen durch die Energie von Agni, dem Gott des Feuers, ihre Stirn durch das Licht von den beiden Dämmerungen, ihre Ohren durch Vayu, dem Gott des Windes, und der strahlende Glanz der anderen Götter vollendete ihren Körper.

Aus der Herrlichkeit des Lichtes aller Götter entsprang Shiva (als ein mächtiges weibliches Wesen), und die Himmlischen triumphierten, als sie die Zerstörerin von Mahisha erkannten. Und weiterhin gaben ihr die Götter mächtige Waffen, die wie ihre Waffen waren. Shiva, der Träger des Pinaka Bogens, übergab ihr einen Dreizack wie den seinen. Vishnu gab ihr einen Diskus, den er aus seinem Diskus zog. Varuna gab ihr ein Muschelhorn, Agni einen Speer und Vayu einen Bogen mit Pfeilen und Köcher. Indra übergab ihr einen Donnerkeil aus seinem Donnerkeil, und der tausendäugige Gott nahm auch die Glocke vom Elefanten Airavat und gab sie ihr. Der alte Gott Varuna gab ihr die Schlinge des Todes und Yama den Stab der Zeit. Prajapati, der Vater aller Wesen, schenkte ihr eine Perlenkette und ein Wassergefäß. Surya, der Schöpfer des Tages, gab seine Strahlen in die Wurzeln ihrer Haare. Kala, die alles zerstörende Zeit, gewährte ein unsichtbares Schwert und einen Schild. Der milchige Ozean gab unvergängliche Kleidung, eine Halskette so weiß wie Milch und reinen Schmuck, wie einen Halbmond, schöne Armreifen, göttliche Ornamente für die Schultern und strahlende Juwelen für den Hals, sowie kristallene Ringe für alle ihre Finger. Visvakarma, der göttliche Architekt, gewährte ihr die subtile Axt Parasu, Waffen verschiedener Formen und eine unverwundbare Rüstung. Der Ozean gab eine nie verwelkende Girlande aus Lotusblüten für ihren Kopf und Hals. Der Berg Himavat übergab ihr einen gewaltigen Löwen als Reittier und verschiedene wunderbare Steine. Kuvera gab ihr einen goldenen, unversiegbaren Krug mit berauschendem Wein zum Trinken, und die Schlange Sesha, welche die Erde trägt, gab ihr eine Kette mit Schlangenornamenten und großartigen Edelsteinen. Auch die anderen Götter spendeten ihr Juwelen und Waffen.

So geehrt von den Himmlischen schrie sie wieder und wieder mit einer schrecklichen Stimme, die den Himmel erfüllte. Im ewigen Gewölbe hallte der fürchterliche Klang „Oh Maya!“. Die ganze Welt wurde alarmiert, die Ozeane erzitterten, die Erde bebte, alle Berge wankten, und die Götter riefen freudig: „Sieg sei der Reiterin des Löwen!“ Die Munis verbeugten sich hingebungsvoll und priesen sie. Als sie sich umschaute, erblickte sie alle drei Welten von den Feinden der Himmlischen überschattet. Ihre Armeen waren reichlich mit Waffen ausgerüstet, und Mahisha rief wütend: „Oh, was ist das?“ Sein Ruf erreichte die Dämonen in seiner Nähe, und er erblickte die Göttin, welche die drei Welten erfüllte. Sie verformte die Erde, auf die sie ihren Fuß setzte, ihre Krone schlug am Himmel an, und der Klang ihrer Bogensehne erschreckte die ganze, unterirdische Welt. Sie umfasste den ganzen Raum aller Bereiche durch ihre tausend Arme, und so begann ein wilder Krieg zwischen der Göttin und den Feinden der Götter.

Sie schossen viele mächtige Pfeile ab und alle Himmelsrichtungen waren mit ihren Waffen angefüllt. Der General von Mahishas Armee war ein großer Dämon namens Chickchura. Er kämpfte an der Spitze von vielen Millionen höchst zornigen Dämonen. Der mächtige Dämon Asiloma befehligte tausende Streitwagen. Bhaskala führte hundertsechzigtausend Divisionen in den Kampf, die von unzähligen Elefanten und vielen Rossen begleitet waren. Bidala führte tausende Streitwagen und Millionen Dämonen in diesen Krieg. Und auch die anderen Führer befehligten zahllose Armeen mit Elefanten, Streitwagen und Pferden. So stürmten diese mächtigen Dämonen mit Millionen Kriegsgeräten gegen die Göttin. Und geführt von Mahisha, kämpften sie alle mit Lanzen, Keulen, Schwertern und Äxten.

Einige der Dämonen warfen Speere und andere Schlingen. Und die Göttin Chandika begann sie mit ihrem Schwert zu zerstören, warf tödliche Speere und entließ schneidende Pfeile von ihrem Bogen. Wie im Spiel wurden sie alle im Regen ihrer kraftvollen Pfeile und Speere in Stücke zerschnitten, unter dem Lob der vorzüglichen Götter und der Heiligen. Die große Devi entließ ihre mächtigen Waffen und brachte die Körper der Dämonen zur Auflösung. Der Löwe der Göttin schüttelte wütend seine Mähne und stürmte gegen die feindliche Armee wie Feuer gegen einen Wald. Während ihres Kampfes seufzte die Göttin, und jeder Seufzer schuf sofort weitere Hunderte und Tausende von Kriegerinnen. Sie alle kämpften gegen die Dämonen mit Äxten, Lanzen, Schwertern und Keulen. Die Devi ließ ihre gewaltige Stimme ertönen und zerstörte ganze Heerscharen. Die Kriegerinnen antworteten mit Trommeln, Pauken, Muschelhörnern und anderen Instrumenten, als wäre der Krieg ein Fest.

Und immer weiter bezwang die Göttin mit ihrem Dreizack von Shiva, dem Diskus von Vishnu, dem Speer von Agni, dem Schwert der Zeit und mit vielen anderen Waffen die unzähligen Dämonen. Manche von ihnen fielen durch den donnernden Klang der Glocke von Indras Elefanten, andere band sie mit der Schlinge des Todes an die Erde, und viele wurden durch das scharfe Schwert der Zeit in Teile geschnitten. Ganze Truppen zermalmte sie mit ihrer Keule zu Staub. Andere lagen, von der Axt getroffen, in ihrem eigenen Blut. Unzählige warf sie zu Boden, ihre stolze Brust mit dem Dreizack gebrochen, und viele andere wurden im Kampf von ihren scharfen Pfeilen durchbohrt. So verloren die vielfältigen Kräfte, die sich gegen die Götter verschworen hatten, ihr Leben.

Manchen wurden die kräftigen Arme abgetrennt, anderen der Kopf. Kopflos, ohne Arme und Beine, fielen sie hinab zur Erde. Es gab keinen dieser Dämonen, den die Göttin nicht eines Armes, Auges, Fußes oder selbst des Kopfes beraubte. Und dennoch erhoben sich ihrer Körper immer wieder neu zum Kampf. Mit gewaltigen Waffen stürmten sie unablässig gegen die Devi. Die Apsaras tanzten während dieses Kampfes, von der Musik grässlicher Schreie begleitet. Ihre kopflosen Körper hielten Schwerter, Speere und andere Waffen fest und überall hörte man: „Stell dich zum Kampf!“. Die zerstörten Kampfwagen, die gefallenen Elefanten und Rosse der Dämonen waren unzählig. Wo diese große Schlacht tobte, da strömten Flüsse von Blut. Die zentrale Armee der Dämonen, ihre Kampfwagen und Pferde wurden durch Ambika vernichtet. In kürzester Zeit waren die dämonischen Kräfte umfassend zerstört, wie trockenes Gras und Holz vom Feuer verbrannt. Laut brüllte der mächtige Löwe und erschütterte die Feinde der Götter bis zum Grund. Durch die Kämpferinnen der Devi wurde ein Sieg über die Dämonen errungen. Die Götter waren zufrieden und ließen unvergängliche Blüten aus dem Himmel regnen.


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