Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 44 - Suvahu spricht über seine Motivation und den Yoga

Suvahu sprach: „Ich habe vollständig erreicht, wozu ich bei dir, oh Erster der Könige, Zuflucht suchte. Ich werde jetzt gehen. Mögest du glücklich sein.“

Darauf erwiderte der König von Kashi: „Wofür kamst du zu mir und was hast du erreicht? Erzähle mir das, oh Suvahu, ich bin voller Wissbegierde. Dein großes, von deinen Vätern geerbtes Königreich wurde durch Alarka beherrscht. Du drängtest mich mit den Worten: 'Besiege ihn und übergibt mir mein Königreich.' So ins Reich deines jüngeren Bruders eingefallen, habe ich es unter deine Kontrolle gebracht. Du solltest dich daran erfreuen, gemäß dem Erbrecht deiner Familie.“

Und Suvahu sprach: „Oh König von Kashi, höre über meine Motivation, und warum ich dich dafür bemüht habe: Dieser, unser Bruder, verfiel der Anhaftung an gewöhnliche Dinge des Vergnügens, obwohl er im Inneren die Wahrheit kannte. Er wusste, dass seine beiden Brüder, obwohl in Dunkelheit geboren, dennoch mit dem ganzheitlichen Wissen begabt wurden.

Oh König, wie uns die Mutter in der Kindheit Milch gab, so gab sie uns Dreien auch das Wissen vom Selbst. Darüber hinaus breitete sie vor unserem Geist das ganzheitliche Wissen aus, welches würdig ist, vom Mensch erkannt zu werden. Aber (auf Bitte ihres Ehemannes) nur für uns zwei, nicht für Alarka. Doch wie der Weise Mitgefühl empfindet, selbst wenn nur einer von Vielen leiden muss, so war es, oh König, im Falle unseres Bruders. Besessen durch die weltliche Verblendung fiel er immer weiter hinab. Doch wir sind mit ihm untrennbar verbunden. In diesen Körpern sind wir Brüder. Deshalb konnte ich erkennen, dass er durch dieses Unglück Abneigung für die Welt empfinden würde, und entsprechend suchte ich Zuflucht bei dir, um diesen Versuch zu wagen. Oh König, durch dieses Leiden hat er wahrhaftes Wissen erworben, aus dem Leidenschaftslosigkeit bezüglich der Welt entstanden ist. Das Werk ist getan und ich gehe weiter. Möge dir Gutes geschehen.

Von Madalasa geboren und von ihren Brüsten ernährt, sollte er sich, oh König, einem Weg zuwenden, der von den Söhnen vieler anderer Frauen nicht beschritten wird. Mit dieser Absicht habe ich deine Hilfe gesucht und den Versuch unternommen. Jetzt ist das Werk vollbracht. Ich werde weitergehen, um den Yoga-Pfad zu vollenden.

Oh König, ich betrachte jene Menschen nicht im Vollbesitz ihrer Sinne, sondern als verwirrt, die ihre Freunde, Verwandten oder Mitmenschen ignorieren, wenn diese durch Leiden bedrängt werden. So sind auch die Freunde, Verwandten und Mitmenschen tadelnswert, wenn sie unbeteiligt zuschauen, wie jemand vom Verfall seiner Lebensziele hinsichtlich Tugend, Wohlstand, Liebe und Erlösung (Dharma, Artha, Kama und Moksha) bedrängt wird. Deshalb ist jener nur teilweise dafür verantwortlich zu machen. Durch deine Hilfe, oh König, wurde dieses große Werk getan. Mögest du glücklich sein, der Erster der Frommen, und am Wissen teilhaben. Ich gehe nun weiter.“

Der König von Kashi sprach: „Du hast dem frommen Alarka einen großen Dienst erwiesen. Aber warum neigst du deinen Geist nicht auch, mir Gutes zu tun? Die Verbindung des Frommen mit Frommen trägt immer Früchte, sie ist nie nutzlos. Deshalb ist es wohl richtig, dass auch ich in deiner Gesellschaft vorankommen kann.“

Und Suvahu sprach: „Tugend, Wohlstand, Liebe und Erlösung sind die vier Ziele eines Menschen. Davon hast du bereits Tugend, Wohlstand und Liebe erworben. Das andere suchst du noch. Ich werde es dir kurz beschreiben. Höre mit Aufmerksamkeit. Dies hörend und wahrhaft bedacht, oh König, wirst du damit dein Wohlergehen finden.

Du solltest, oh König, nie die Vorstellung von 'Ich und Mein' pflegen. Dafür solltest du Tugend und Gerechtigkeit wahrhaft durchdenken, weil ohne sie ein Mensch immer hilfloser und ohnmächtiger wird.

Meditierend mögest du fragen: 'Wem gehöre Ich?' Meditierend am Ende der Nacht, solltest du die äußeren und inneren Erscheinungen durchschauen. Alles, vom Unsichtbaren bis zur sichtbaren Natur ist im Wesen frei von Veränderung und Individualität. Deshalb ist alles erkennbar, was sichtbar und unsichtbar ist. Und darüber hinaus offenbaren sich die Fragen 'Wer ist es, der erkennt?' und 'Wer bin Ich?'. Dies wahrhaft durchschaut, kannst du alles erkennen.

Indem man die Erscheinung für das Wesen hält und das Vergängliche als sein Eigen betrachtet, entsteht Unwissenheit. Oh König, für den Menschen, der sucht, bin ich überall gegenwärtig. So habe ich dir alles dargelegt, was du mich fragtest. Nun werde ich gehen.“

Nachdem der weise Suvahu so zum König von Kashi gesprochen hatte, ging er fort. Und der König von Kashi begab sich ebenfalls zurück in seine Stadt, nachdem er Alarka geehrt hatte. Und Alarka inthronisierte seinen ältesten Sohn als König und ging in die Wälder, um das Summum Bonum dieses Lebens zu erreichen. Er verließ Frau, Familie und Hausstand, erreichte nach langer Zeit den unvergleichlichen Wohlstand des Yogas, und jenseits von der Bedrängnis der Gegensätze offenbarte sich ihm höchste Seligkeit.

In Betrachtung dieses ganzen Weltalls mit den Göttern, Dämonen und Menschen, die alle durch die Schlingen der äußeren Erscheinungen gebunden sind und immer weiter gefesselt werden, durch die Bindung an ihre Kinder und Verwandten und all dem, was nie ihr Eigen sein kann, durch die Ansicht der Vielfalt, durch die Anhaftung der Sinne und vom Leiden bedrängt, sah er diesen allumschließenden Sumpf der Unwissenheit. Und sich selbst daraus erhebend, sang der hochgeistige Alarka folgende Hymne:

„Ach, welcher Schmerz! So herrschten wir einst in diesem Königreich. Aber jetzt sehe ich, dass es darin keine Seligkeit geben kann, die mit dem Yoga vergleichbar wäre.“

Und weiter sprach der Sohn (Sumati) zu seinem Vater:
Für die Erlösung suche nach diesem ausgezeichneten Yoga, durch den du zur Höchsten Seele, zum Brahman kommen wirst. Mit diesem vereint kann es keinen Trübsinn mehr geben. Dann kann auch ich diese Welt verlassen. Oh, welchen Nutzen haben Opfer und Gebete für mich? Es gibt nur ein langfristiges Werk, das wahre Wesen zu ergründen. Mit deiner Einsicht gewähre auch mir die Gegensätze aufzulösen und wunschlos zu sein, und den Pfad der Erlösung zu gehen, um immerwährenden Frieden zu finden.

Die Vögel fuhren fort:
Oh Brahmane, nachdem er so zu seinem Vater gesprochen und sein Einverständnis erhalten hatte, entsagte dieser Weise der weltlichen Gesellschaft und ging davon. Auch sein Vater erwarb allmählich die höhere Einsicht, wurde ein Vanaprastha (Waldeinsiedler) und begab sich dann auf den Weg zum vierten Zustand des Lebens (dem Sannyasin, besitzloser Bettelmönch). Aufgrund des edlen Verdienstes, der sich damals angesammelt hatte, vereinte er sich dort wieder mit seinem Sohn, löste die Fesseln der Erscheinungen und gelangte zum höchsten Ziel des Yogas.

Oh Brahmane, so haben wir dir im Detail beschrieben, wonach du uns gefragt hast. Was möchtest du weiter von uns hören?


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