Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 25 - Madalasas Belehrung über die Essenz

In seine Stadt zurückgekehrt, erzählte er die ganze Geschichte seinem Vater, wie er diese schlanke Dame zurückerhalten hatte, nachdem sie gestorben war. Und die verheißungsvolle Dame verbeugte sich vor den Füßen ihres Schwiegervaters und ihrer Schwiegermutter und erfreute ihre ganze Verwandtschaft mit Begrüßung und Umarmungen, entsprechend der Höflichkeit und des Alters. Danach gab es in dieser Stadt ein großes Fest für die Bürger. Und Hritadhwaja verbrachte lange Zeit mit dieser schlanken Dame in der Nähe von den heiligen Bergquellen, den Ufern der Flüsse, in bezaubernden Wäldern oder auch in den Gärten. Mit dem Wunsch, ihr religiöses Verdienst für die Freude an höheren Zielen zu nutzen, suchte sie mit ihrem Geliebten diese höchst magischen Orte auf.

Nach langer Zeit tat König Satrujit, der die Erde gut regiert hatte, seinen letzten Atemzug. Danach wählten die Bürger seinen Sohn Hritadhwaja zu ihrem König, diesen Hochbeseelten, fest gegründet in gerechten Handlungen und tolerantem Verhalten. Und während er vorzüglich seine Untertanen regierte, als ob es seine eigenen Kinder wären, brachte Madalasa ihren ersten Sohn zur Welt. Der Vater gab seinem strahlenden Sohn den Namen Vikranta (jenseits gehend, mutig, siegreich). Die Untertanen waren außerordentlich erfreut und Madalasa lächelte.

Eines Tages, als das Kind bequem in ihrem Schoß lag, begann es in unartikulierten Lauten zu schreien. Um es zu besänftigen sprach Madalasa zu ihm: „Rein bist du, oh Kind, und ohne einen Namen. Es geschieht durch die Einbildungskraft, dass dir ein Name gegeben wurde. Dieser Körper um dich herum, der aus den fünf Elementen zusammengesetzt ist, ist nicht dein, noch wird er dir jemals gehören. Weshalb also weinst du? Aber eigentlich weinst du gar nicht. Das ist ein im Selbst erzeugter Klang, der lediglich durch den Sohn des Königs hervorkommt. Verschiedene Qualitäten, gut oder schlecht, sind deinen Organen entsprechend den Elementen gegeben worden. In dieser Welt erwerben die Wesen, schwach, wie sie sind, ihr Wachstum mit Hilfe der Elemente und ernähren sich vom Essen und Trinken. Aber dein Selbst hat keinerlei Wachstum oder Zerfall. Dieser Körper ist eine äußere Hülle. Er wird sich wieder auflösen, und du wirst weiterhin leben.

Deshalb solltest du dich in diesem Körper nicht verlieren. Es geschah aufgrund von guten und schlechten Taten, welche durch die Unwissenheit entstehen, verursacht durch den Stolz und die anderen Leidenschaften, dass sich dieser hüllenartige Körper an dir verfestigt hat. Der Vater, der Sohn, die Mutter, die Frau, die Verwandten und alle anderen sind in ihrer Essenz leer. Du solltest dieser Ansammlung von Elementen nicht allzu sehr anhaften. Diejenigen, die ihren Geist berauschen ließen, bekämpfen das Leiden indem sie immer mehr Leiden erzeugen und denken, dass Vergnügen zur Seligkeit führt. Die Unwissenden, die ihren Geist in dieser Verträumtheit verloren haben, suchen das Vergnügen in dem, was eigentlich Leiden ist.

Wenn eine Frau ekstatisch lacht, treten ihre Knochen hervor, und ihre zwei strahlenden Augen leuchten wie im Zorn. Ihr Busen ist eine Masse aus Fleisch und Fett, wie auch ihre anderen Organe. Ist deshalb der Körper der Frau nicht eher eine Hölle als der Himmel? Die Erde erscheint als Träger, aus dem Träger erscheint der Körper und im Körper erscheint eine abgetrennte Person. Der Sinn davon ist: Was ich als das Meine betrachte, das existiert nicht so, wie es mir als unabhängiger Körper erscheint. Oh Schande über die Vernarrtheit.“


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