Pushpak Markandeya PuranaZurück WeiterNews

Kapitel 15 - Wiedergeburt und Mitgefühl mit den leidenden Wesen

Der Diener von Yama sprach:
Durch das Annehmen von Geschenken von einer unwürdigen Person wird ein Brahmane zum Esel. Und wenn er einer unwürdigen Person als Priester dient, dann wird er, von der Hölle wieder freigegeben, als ein winziger Erdwurm geboren. Ein Zweifachgeborener, der seinen Lehrer hintergeht, dessen Frau verführt oder sein Eigentum begehrt, wird wahrlich zu einem Hund. Wer die Ratschläge seine Eltern missachtet, wird natürlich ein Esel. Wer mit Vater und Mutter streitet, wird als weiblicher Papagei geboren. Wer die Frau seines Bruders beleidigt, kommt in den Zustand einer Taube. Wer sie schikaniert, wird als träge Schildkröte geboren. Wer seine Nahrung von seinem Meister empfängt, aber nicht sein Wohlergehen wünscht, der wird mit Dummheit geschlagen und nach dem Tod ein Affe. Wer Geld veruntreut, wird zur gefräßigen Raupe, und wer andere verleumdet zu einem Dämon, wenn er je wieder aus der Hölle freigegeben wird.

Ein hinterhältiger Mensch wird ein stummer Fisch. Wer Gerste, Sesam, Senf, Hafer, Weizen oder anderes Korn stiehlt, wird seiner Vernunft beraubt sein und als gefräßige Ratte mit langem Gesicht geboren. Wer die Frau eines anderen schändet wird nach und nach als ein schrecklicher Wolf, ein Hund, ein Schakal, ein Geier, eine Schlange und ein Reiher geboren. Jener mit verdrehten Sinnen, der mit der Frau seines Bruders lebt, wird ein männlicher Koil, wenn er aus der Hölle befreit wird. Der lüsterne Mann, der die Frau eines Freundes, eines Lehrers oder eines Königs schändet, wird ein Schwein. Wer Opfer, Geschenke oder eine Hochzeit verhindert, wird ein kleiner Erdwurm. So auch jener, der seine Tochter ein zweites Mal an einen Mann vergibt. Wer seine Nahrung isst, ohne zuerst die Götter, die Ahnen und die Brahmanen zu bedenken, wird als gierige Krähe geboren, wenn er die Hölle verlässt.

Wer seinen älteren Bruder ignoriert, der ihm wie ein Vater ist, der wird ein Krauncha Vogel. Ein Shudra, der mit einer Brahmanenfrau lebt, wird zum Wurm erniedrigt, und falls sie noch Kinder zeugen, wird er als Made im Holz, im Schwein, im Erdwurm, im Vogel und in einem Chandala leben. Ein undankbarer und erniedrigender Mensch wird, wenn er aus der Hölle kommt, nacheinander als Made, Wurm, Kerbtier, Hundertfüßer, Fisch, Kuh, Schildkröte und als Chandala geboren. Wer einen unbewaffneten Menschen schlägt, wird als stark geplagter Esel geboren. Wer Frauen oder Kinder tötet, der wird zum niedersten Erdwurm. Wer Essen stiehlt wird zu einer kurzlebigen Fliege.

Doch höre, zum Essen gibt es noch einige Besonderheiten: Wer blanken Reis stiehlt, geht durch die Hölle und wird als eine hungernde Katze wiedergeboren. Wer Reis mit Sesam und Pinyaka gemischt stiehlt, wird eine gierige Ratte. Wer geklärte Butter stiehlt, wird ein Mungo. Das Fleisch einer Ziege stehlend, wird er ein Madgu oder eine Krähe. Wer das Fleisch eines Rehs stiehlt, wird ein Falke. Wer Salz stiehlt, wird eine Wasserkrähe, und wer Quark stiehlt ein Erdwurm. Wer Milch stiehlt, wird ein Kranich. Wer Öl stiehlt, wird eine Küchenschabe, und der Mensch, der Honig stiehlt, wird eine Stechfliege. Wer Blumen stiehlt, wird zur Ameise. Wer Nishpave Früchte stiehlt, wird eine Hauseidechse, und wer Wein stiehlt ein Huhn.

Der sündige Mensch, der Eisen stiehlt, wird als eine Krähe geboren. Wer das Bronze stiehlt, wird eine Ringeltaube, und wer Silberbehälter stiehlt, eine Taube. Indem man einen goldenen Behälter stiehlt, wird man als Regenwurm geboren. Wenn man Stoff stiehlt, wird man zum Rebhuhn. Wer Seidenstoff stiehlt, wird als Larve in einem Kokon geboren. Der sündige Mensch, der goldbestickten Satin stiehlt, einen feinen Stoff, der aus dem Haar der Ziege gemacht ist, oder Leinen, wird als bunter Papagei geboren. Wer Baumwollstoff stiehlt, wird als Krauncha Vogel geboren, und wer Bast stiehlt, wird ein Reiher. Wer Farbe oder Sakapatra stiehlt, wird ein Pfau. Wer einen roten Stoff stiehlt, wird ein armer Bauer. Wer Duftstoffe stiehlt, wird als Maulwurf geboren, und wer Kleider stiehlt als ein Hase. Wer Früchte stiehlt, wird ein Stier, und wer Holz stiehlt natürlich ein Holzwurm. Wer Blumen stiehlt, wird schwach, und wer ein Fuhrwerk stiehlt, wird lahm. Wer Küchenkräuter stiehlt, wird eine Ringeltaube, und wer Wasser stiehlt ein Chataka Vogel. Wer Ländereien stiehlt geht durch schreckliche Höllen und wird nacheinander zu Gras, Gebüsch, Kletterpflanzen, Blumen und Bäumen, die nur Rinde tragen, und wenn seine Sünden abnehmen, wird er wieder ein Tier. Dann wird er als Erdwurm, Insekt, Grashüpfer, Wasservogel, Reh, Kuh und irgendwann als ein elender Chandala in der Menschenwelt wiedergeboren. So wird er zum Krüppel, zum Blinden, Tauben, Leprakranken und zu einem Schwindsüchtigen. Er wird von Krankheiten des Mundes, der Augen und des Magens geplagt. Er wird Epileptiker und als ein Shudra geboren. Diese sind die aufeinanderfolgenden Zustände, zu denen der Dieb von Kühen, von Gold oder von Ländereien erniedrigt wird, sowie jene, die von ihren Lehrern versorgt werden und sie dennoch bestehlen.

Der Dummkopf, der seine ihm versprochene Frau an einen anderen Mann weggibt, der wird, nachdem er vom höllischen Leiden wieder befreit ist, als ein Stier geboren. Der Mensch, der einem nicht ordentlich brennenden Feuer opfert, wird von Magenverstimmung und gestörter Verdauung geplagt.

Es wird gesagt: Verleumdung, Undankbarkeit, Schamlosigkeit, Grausamkeit, Frechheit, Ehebruch, Diebstahl, Unreinheit, Gotteslästerung, Falschheit, Geiz, Brutalität und andere ungerechte Taten, sowie eine gewisse Tendenz dahin, sind die Charakterzüge jener Menschen, die gerade aus der Hölle kommen. Wohingegen die Güte für alle Wesen, das Verbreiten guter Nachrichten, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, nützliche Rede zum Wohle der Anderen, ein vedisches Leben, Verehrung der Lehrer, der Siddhas, der Himmlischen und Heiligen, Gesellschaft mit Frommen, Wohltätigkeit, Freundlichkeit und manch andere gutmütige und gerechte Handlung von den Weisen als die Zeichen für fromme Menschen betrachtet werden, die gerade vom Himmel herabkommen.

Der Diener Yamas fuhr fort:
So habe ich dir nun, oh König, alles über die Menschen beschrieben, wie sie die Früchte ihrer frommen oder sündigen Taten ernten. Wir sollten jetzt zu einem anderen Ort gehen, denn du hast alles gesehen. Du hast die Hölle erfahren, nun lass uns weitergehen.

Der Sohn (Sumati) sprach:
Dann stellte er sich vor den König, um voranzugehen. Doch sogleich schrien alle Menschen, die um ihn herum ihr Elend erleiden mussten, laut auf: „Hab Erbarmen mit uns, oh König, und warte noch einen Moment! Der reine Wind, der von deinen Gliedern strömt, erfreut unsere Herzen. Oh Bester der Menschen, er lindert vollkommen die brennende Hitze unserer Körper, sowie die Krankheiten und Beschwerden. Oh König, habe Erbarmen mit uns.“ Ihre Worte hörend, fragte der König den Gesandten von Yama: „Warum haben diese Leute an meinem Aufenthalt solche Freude? Sage mir, welche besonders tugendhafte Handlung ich im Reich der Sterblichen vollbracht habe, dass solche Freude auf sie herabkommt?“

Und der Abgesandte von Yama sprach: „Dein Körper ernährte sich von den Resten des Essens, das den Ahnen, den Gästen und den Dienern angeboten wurde. Und weil dein Geist ihnen immer geneigt war, deshalb bringt der Wind ihnen solches Entzücken, der von deinen Gliedern strömt, und diese Sünder fühlen den Schmerz, oh König, nicht. Weil du ordnungsgemäß Pferdeopfer und andere Opfer ausgeführt hast, deshalb sehen sie dich. Und bedrängt durch deine Energie, sind diese Instrumente von Yama, die Maschinen, Waffen, Feuer und Krähen, sowie die Ursachen des Elends, die Wunden, die Verbrennungen und andere große Schmerzen milder in ihren Wirkungen geworden.“

Der König sprach: „Das Glück, das man genießt, wenn man den Wesen in ihrem Elend Erleichterung gewährt, wird weder von den Wesen im Himmel noch im Bereich von Brahma erreicht - das ist meine Überzeugung. Wenn meine Anwesenheit in ihrer Nähe die Qualen mindert, die sie ertragen müssen, dann will ich, oh Strahlender, hier verweilen, fest wie ein Fels in der Brandung.“

Aber der Gesandte von Yama sprach: „Komm, oh König, wir wollen gehen. Die Sünder in ihrem Leiden verlassend, sollst du die Freude genießen, die durch dein tugendhaftes Handeln gewachsen ist.“

Doch der König antwortete: „So lange diese Wesen von solch außerordentlichem Leiden geschlagen sind, werde ich nicht gehen. Die Bewohner der Hölle werden glücklich durch mein Leben in ihrer Nähe. Denn verflucht ist das Leben eines Menschen, der keine Gnade kennt, wenn Geplagte Zuflucht bei ihm suchen, selbst wenn sie auf der Seite des Feindes stehen. Opfer, Geschenke oder Askese bringen weder in dieser noch in der jenseitigen Welt ihre Früchte, wenn nicht der Geist auf das Wohlergehen der Wesen gerichtet ist. Jene, dessen hartes Herz weder von Kindern, Geplagten oder Gebrechlichen berührt wird, betrachte ich nicht als Menschen, sondern eher als Dämonen. In ihrer Nähe lebend, will ich das Elend der Hölle, die Hitze des Feuers, Verletzungen, Hunger, Durst und jedes andere große Leiden ertragen. Und selbst meines Bewusstseins beraubt, werde ich mein Wirken zu ihrer Erleichterung größer schätzen als die Glückseligkeit des Himmels. Wenn ich durch mein Bleiben den vielen Gequälten ihr Glück sichern kann, was gäbe es noch mehr zu gewinnen? So gehe du allein, ohne zu zögern.“

Der Gesandte von Yama sprach: „Hier sind Dharma und Indra, sie kommen, um dich zu holen. Deshalb musst du gehen, also folge mir, oh König.“

Und Dharma sprach: „Ich werde dich in den Himmel bringen, weil ich von dir aufrichtig verehrt wurde. Komm auf diesen Wagen, komm, zögere nicht.“

Doch der König antwortete: „Tausende von Menschen leiden hier in der Hölle, oh Dharma. Sie schreien zu mir in ihrer Qual 'Rette uns!'. Ich werde nicht gehen.“

Und Indra sprach: „Durch ihre Taten sind diese Sünder in diese Hölle gekommen, und du, oh König, solltest durch deine frommen Taten zum Himmel gehen.“

Doch der König antwortete: „Wenn ich dich als Dharma und dich als den Herrn von Sachi erkennen soll, dann belehrt mich bitte über das Ausmaß meiner religiösen Verdienste.“

Und Dharma sprach: „Wie die Wassertropfen im Ozean, die Sterne am Firmament, die Regentropfen, der Sand in der Ganga oder die unzähligen Teilchen im Wasser, kann auch dein religiöses Verdienst nicht im Einzelnen aufgezählt werden, oh großer König. Doch durch dieses aufrichtige Mitgefühl, das du heute den Bewohnern der Hölle gezeigt hast, wurde dein religiöses Verdienst hundert und tausendfach vermehrt. Gehe deshalb, oh du Erster der Könige, zum Bereich der Unsterblichen, um die guten Früchte zu ernten, und lass jene in der Hölle, welche hier die Sünden bereinigen, die durch ihre eigenen Handlungen angesammelt wurden.“

Da sprach der König: „Warum sollten sich diese Menschen nach meiner Gesellschaft sehnen, wenn sie durch mein Leben in ihrer Nähe nicht erhoben werden? Oh König des Himmels, wenn ich jemals fromme Handlungen durchgeführt habe, dann mögen diese Sünder, die unter Qualen leiden, aus der Hölle entlassen werden.“

Darauf sprach Indra: „Oh König, mit diesem Wunsch hast du ein noch höheres Gebiet erreicht, und du wirst diese Sünder von der Hölle befreit sehen können.“

Der Sohn (Sumati) fuhr fort:
Dann regnete es himmlische Blumen auf den König und Hari erhob ihn in einem strahlenden Wagen zu seinem eigenen Bereich. Ich selbst und die Anderen wurden vom Leiden der Hölle befreit, und bedingt durch unsere eigenen Handlungen griffen wir nach neuen Geburten.

So habe ich dir, oh Erster der Zweifachgeborenen, alle Höllen beschrieben, die durch Sünde bedingten Geburten und alles, was ich früher gesehen habe. Dies ist ein wahrhafter Bericht, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen. Oh du Großer, was soll ich dir weiterhin noch erzählen?


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