Pushpak HarivamshaZurück WeiterNews

2.84. Der Kampf mit den Dämonen

Vaisampayana sprach:
Als die Sonne am klaren Himmel aufging und den Menschen sichtbar wurde, bestiegen Krishna, Balarama und Satyaki mit heiterem Geist den Rücken von Garuda. Sie hatten ihr Bad im heiligen Strom der Avarta genommen, die von Rudra gesegnet und damit nicht weniger heilig als die Ganga war. Dann hatten sie ihre Rüstungen und Fingerschützer angelegt und Mahadeva verehrt, den Herrn von Frucht und Fruchtbarkeit. Pradyumna wurde an die Spitze der Armee gestellt, die Pandavas bewachten den Opferplatz und der Rest der Armee den Eingang der Höhle. Danach erinnerte sich Krishna, der Segen verleiht und die Tugendhaften beschützt, an die beiden himmlischen Helden Jayanta und Pravara, die daraufhin sogleich erschienen. Nur er selbst konnte sie sehen und stellte sie an die Seite von Pradyumna. Danach erklangen auf Krishnas Zeichen die Kriegstrommeln und Trompeten. Oh Nachkomme des Bharata, Samba und Gada stellten ihre Armee in der Makara Formation auf. Sarana, Uddhava und Vaitarana aus dem Bhoja Stamm sowie die Feindevernichter Anadhrishti, Viprithu, Prithu und Kritavarman standen hinter Aniruddha und beschützten dessen Armee. Oh Freude deines Stammes, der Rest der Yadava Armee stand mit Wagen, Elefanten, Pferden und Fußsoldaten in der Mitte. Daraufhin strömten die im Kampf so schrecklichen Dämonen voller Stolz und in Rüstungen gehüllt aus ihrer Stadt Shatpura. Sie waren vielfältig bewaffnet, ließen ihr Kriegsgebrüll so laut wie das Donnern von Wolken ertönen und ritten auf Eseln, Elefanten, Krokodilen, Pferden, Büffeln, Löwen und Schildkröten. Andere standen auf voll gerüsteten Streitwagen und waren mit Kronen, Diademen, Armreifen und anderen Ornamenten geschmückt. Das Geratter ihrer Wagenräder war so laut wie der Donner und vermischte sich mit Pauken und Trompeten sowie dem Klang der Muschelhörner. Oh König, Nikumbha erschien an der Spitze seiner Dämonenarmee wie Indra mit seinen himmlischen Heerscharen. Immer wieder hörte man die verschiedenen Schlachtrufe, das Händeklatschen und Löwengebrüll der höchst mächtigen Dämonen, die ringsherum Erde und Himmel erfüllten. Oh Janamejaya, die Armeen der Könige waren bereit, den Dämonen mit aller Kraft zu helfen. An ihrer Spitze standen die Chedis mit Sisupala sowie Duryodhana mit seinen hundert Brüdern. Sie fuhren mächtige Streitwagen, deren Räder laut ratterten, und erschienen so herrlich wie himmlische Gandharvas. Ihnen folgten kampfbereit und mit erhobenen Waffen die Könige Drupada, Rukmi, Ahvriti, Shalya, Shakuni, Bhagadatta, Jarasandha, Trigarta und Virata mit seinem Sohn Uttara. All diese mächtigen Könige standen neben Nikumbha mit seiner Dämonenarmee und waren bereit, gegen die Yadavas zu kämpfen und den Sieg zu erringen, wie sich einst die Dämonen zum Kampf gegen die Götter rüsteten.

Dann begann Nikumbha die Schlacht und bedeckte die Armee der Yadavas mit schrecklichen Pfeilen, die wie Giftschlangen erschienen. Anadhrishti, der Armeegeneral der Yadavas, wollte diesen Angriff nicht erdulden und schoß eine Wolke schrecklicher Pfeile zurück, die auf Stein gewetzt und von Federn getragen wurden. Weder Nikumbha noch sein Wagen, seine Standarte oder seine Pferde konnte man noch sehen. Alles war von Pfeilen verhüllt. Daraufhin wurde der mächtige Nikumbha zornig, und als Bester der Zauberer betäubte er Anadhrishti durch die Kraft seiner Illusion. Die magische Kraft betäubt seinen Gegner, und Nikumbha schaffte ihn nach Shatpura und sperrte ihn dort in eine Höhle ein. Dann kehrte er auf das Schlachtfeld zurück und trug auf gleiche Weise auch Kritavarman, Charudeshna, Vaitarana, Sanatkumara, Riksha, Nishatha, Ulmuka und viele andere Yadavas davon. Oh König, während er die Yadavas in diese schreckliche Höhle nach Shatpura schaffte, machte er seinen Körper mithilfe seiner Illusionskraft unsichtbar, so daß ihn niemand sehen konnte. Angesichts dieses tückischen Angriffs auf die Yadavas wurden Krishna, Balarama, Satyaki, Samba, Pradyumna, Aniruddha und die anderen Vrishnis zornig. Oh König, daraufhin spannte Krishna seinen Bogen Sarnga und wanderte unter den Dämonen über das Schlachtfeld wie der Gott des Feuers über trockenes Gras. Angesichts dieser Vernichtung warfen die Dämonen tausende Speere, Keulen, Lanzen, Äxte, Felsen und stürmten mit wilden Elefanten, Streitwagen und Rossen gegen den strahlenden Gott wie Insekten in ein loderndes Feuer. Denn das Narayana Feuer verbrannte alles, und lächelnd entsandte der strahlende Führer der Yadus, dieser Feindevernichter und Wohltäter aller Welten, seine lodernden Pfeile. Und wie ein mächtiger Bulle in der Regenzeit den strömenden Regen erträgt, so ertrug er die Ströme ihrer Pfeile. Dagegen konnten die Dämonen den Pfeileregen von Narayana nicht ertragen, wie ein Damm aus Sand keinem Wolkenbruch standhalten kann. Oh Nachkomme des Bharata, wie ein Bulle vor einem Löwen mit aufgerissenem Rachen nicht bestehen kann, so konnten auch die Besten der Dämonen nicht vor Krishna bestehen. Und als die Dämonen auf diese Weise von Narayana geschlagen wurden, flohen sie voller Angst in die Lüfte, um ihr Leben zu retten. Doch sobald sie sich gen Himmel erhoben, wurden sie von Jayanta und Pravara mit feurigen Pfeilen empfangen und getötet. Während dieser Schlacht fielen die abgeschlagenen Köpfe der Dämonen auf die Erde wie Kokosnüsse von den Palmen, und ihre Arme wie fünfköpfige Schlangen, die von der Zeit getötet wurden.

Dann begann Pradyumna, der Sohn von Rukmini und Krishna, für die Schar der Könige eine Höhle aus Illusion zu erschaffen, aus der es keinen Ausgang gab. Danach kämpfte der tugendhafte Pradyumna zusammen mit Gada, Sarana, Aniruddha, Samba und den anderen Yadavas, die Nikumbha nicht in seine Höhle einschließen konnte, gegen Karna und warfen ihn in diese fürchterliche Höhle. In gleicher Weise banden sie die Könige Duryodhana, Virata, Drupada, Shakuni, Shalya, Nila, Bhishma, Vinda und Anuvinda, Jarasandha, die Könige der Trigartas und Malavas, Dhrishtadyumna und viele andere. Danach sprach Pradyumna zu seinem Onkel Rukmi sowie zu Sisupala und Bhagadatta:
Oh ihr Könige, ich respektiere unsere Verwandtschaft und eure Würde. Dennoch muß ich euch in diese Höhle sperren. Denn Shiva, der Träger des Dreizacks, hat mir befohlen, euch in dieser Höhle zu binden. So werde ich mein Bestes tun, um all die Yadavas zu befreien, die vom höchst mächtigen Dämon Nikumbha durch seine Illusionskraft in seiner Höhle eingesperrt wurden.

Nach diesen Worten begann Sisupala, der Führer der Könige, die Yadavas und vor allem Pradyumna mit Pfeilen einzudecken. Daraufhin verneigte sich Pradyumna vor Shiva und begann, den Herrscher der Menschen, den mächtigen König Sisupala zu binden. Da erschien Nandi, der beste Diener von Shiva, mit tausend Schlingen und sprach zu Pradyumna, dem höchst heroischen Sohn von Rukmini:
Oh Nachkomme des Yadu, Shiva bittet dich, all das zu tun, was er dir in der Nacht gesagt hat. Binde mit Schlingen diese Könige, die mit Dienerinnen und Juwelen bestochen wurden. Ihre Freilassung liegt dann in deiner Hand. Oh starkarmiger Held, besiege all die Dämonen und lasse keinen zurück! Dann überbring Krishna die frohe Botschaft.

Oh Janamejaya, nach diesen Worten band der höchst mächtige Pradyumna die Könige Bhagadatta, Sisupala, Rukmi und andere wie zischende Schlangen mit den Schlingen von Hara und sperrte sie in die Höhle der Illusion. Dann stellte er seinen Sohn Aniruddha als Wache vor die Höhle und band auch alle anderen Kshatriyas mit ihren Elefanten, Wagen und Pferden sowie allen Waffen und Reichtümern. Oh Monarch, danach war der Sohn von Krishna bereit, die Dämonen zu besiegen, und sprach wohlgerüstet zu Brahmadatta, dem Besten der Brahmanen (der das Opfer in Shatpura an den Ufern der Avarta durchführte):
Vollbringe dein Opfer ohne Furcht! Schau Arjuna an (der mit seinen Brüdern den Opferplatz bewacht)! Oh Bester der Zweifachgeborenen, wen die Pandavas beschützen, der muß sich weder vor Göttern, Dämonen, Schlangen oder anderen Wesen fürchten. Die Dämonen werden deine Töchter nicht einmal in ihrem Geist berühren können. Schau, mit meiner Macht über die Illusion habe ich sie sicher auf dem Opferplatz bewahrt.


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